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Zu der Erkenntnis, dass die optisch sehr ähnlichen Vögel hüben und drüben des Atlantiks sich signifikant voneinander unterscheiden, gelangte ein Team um Forscherinnen und Forscher des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien bereits im Jahr 2019 im Rahmen einer Untersuchung auf Basis von mitochondrialer DNA. Jetzt wollten es die beiden Studienerstautoren Florian Kunz und Min Chai vom NHM und Kolleginnen und Kollegen noch genauer wissen: Dazu hat das Team, zu dem auch Forschende der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien zählten, mehrere zehntausend genetische Merkmale von 53 Individuen aus Sammlungen, wie jener aus dem Naturhistorischen Museum, analysiert und verglichen.
Dabei offenbarte sich erneut, dass die amerikanischen Kollegen von Europas und Asiens Habichten tatsächlich entferntere Verwandte sind - sogar entfernter als die Unterarten der Greifvögel, die auf dem Festland Afrikas und auf Madagaskar heimisch sind. Das sei überraschend, da letztere beide sich punkto Aussehen, Lautäußerungen und Verhalten eigentlich stärker vonunterscheiden als , heißt es in einer Aussendung des Museums am Mittwoch.
Diese Erkenntnis dürfte das Leben der rund 1.000 Brutpaare in Österreich weniger tangieren als jenes von Vertretern von internationalen Fachgremien, die mit der Einteilung des weltweiten Artstatus der Habichte befasst sind. "Die deutliche genetische Divergenz, die wir im gesamten Genom nachweisen, bestätigt, dass es sich um zwei eigenständige Arten handelt - mit unmittelbaren Konsequenzen für Taxonomie, Naturschutz und Rechtslage", wird Kunz zitiert. Denn letztlich sei es bei Schutzanstrengungen nicht unerheblich, ob Tiere als eine oder mehrere Arten gelten, so Min Chai: "Artkonzepte haben direkte Auswirkungen darauf, wie wir Biodiversität erfassen, wie wir Populationen schützen und welche rechtlichen Instrumente greifen."
(S E R V I C E - https://doi.org/10.1111/zsc.70083 )
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/NHM Wien, Wilhelm Bauer-Thell/Wilhelm Bauer-Thell
