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Unter Einsatz moderner naturwissenschaftlicher Untersuchungsmethoden sollen im Rahmen des Forschungsprojektes "CELSUS - Comprehensive Examination of the Legacy and Skeletal Remains of Paracelsus" neue Erkenntnisse zu Biografie, Gesundheitsgeschichte und Bestattungskontext von Paracelsus gewonnen werden, heißt es in Aussendungen der Universität und des Salzburg Museums. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem wissenschaftlichen Abgleich eines im Salzburg Museum verwahrten, mutmaßlichen Knochenfragments von Paracelsus mit den Gebeinen im Paracelsus-Grabmal. Das Grab von Theophrastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, befindet sich am Sebastiansfriedhof in der Stadt Salzburg.
Die geplanten Untersuchungen würden deutlich über frühere Analysen hinausreichen und verbinden gerichtsmedizinische, bioarchäologische, toxikologische und molekularbiologische Verfahren in einem gemeinsamen Forschungsansatz. Das Projekt sei ein Paradebeispiel für zeitgemäße Interdisziplinarität, da Expertinnen und Experten aus den Bereichen Anthropologie, Archäologie, Biologie, Medizin und Geschichte zusammenarbeiten.
Von medizinischer Seite wird mit den Mitteln der modernen Bildgebungsverfahren, wie Röntgen und Computertomographie gearbeitet, wie in der Aussendung erläutert wurde. Weiters erfolgt eine morphologisch-anthropologische Befunderhebung. Dies bedeute, dass die Gebeine untersucht und vermessen werden, um Rückschlüsse auf Größe, Krankheiten oder Geschlecht ziehen zu können. Unterstützt wird dieser klassische Ansatz durch eine Isotopenanalyse. Mit dieser Analyseform können die geografische Herkunft, die Aufenthaltsorte und die Ernährungsgewohnheiten eingegrenzt werden. Begleitet wird diese Untersuchung durch eine Radiokarbonanalyse, mit der das Alter der Gebeine verifiziert werden kann.
Mit der toxikologischen Untersuchung der Gebeine soll ergründet werden, ob die Person zu Lebzeiten diversen Giften oder Schwermetallen ausgesetzt war. Und schließlich kommen auch klassische molekularbiologische Werkzeuge zum Einsatz, um anhand von vielleicht noch vorhandener DNA weitergehende Einblicke zu gewinnen. All diese Analyseformen bilden einzelne Mosaiksteine, die zusammen betrachtet ein möglichst umfassendes Bild der Lebensrealität beziehungsweise des Gesundheitszustands von Paracelsus ergeben sollen.
Besondere Bedeutung hat dabei die enge Kooperation zwischen universitärer Forschung und musealer Sammlungspraxis. Erstmals werden die im Paracelsus-Grabmal beigesetzten Gebeine gemeinsam mit einem im Salzburg Museum verwahrten, mutmaßlichen Halswirbel wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse werden von den beteiligten Partnern gemeinsam wissenschaftlich publiziert und darüber hinaus in einem Ausstellungsraum des Salzburg Museum im Festungsmuseum öffentlich präsentiert.
Für das Forschungsprojekt wurden sterbliche Überreste von Paracelsus am 6. Mai 2026 enterdigt. Die entsprechende wissenschaftliche Untersuchung der Gebeine war von der Ethikkommission der Universität Salzburg bereits am 16. Oktober 2025 genehmigt worden. Die Wiederbestattung der Grabkassette im Grabmal des Paracelsus am Friedhof von St. Sebastian erfolgte Mitte August 2026.
SALZBURG - ÖSTERREICH: FOTO: APA/Khan Eram/Khan Eram
