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"Neuer" Virus bringt österreichische Hasen um

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++ ARCHIVBILD ++ Betroffen sind Feldhasen in Niederösterreich, Wien und Burgenland
©APA, dpa, Boris Roessler
Eine für Kaninchen und neuerdings auch für Feldhasen tödliche Seuche breitet sich in Europa aus. Erstmals ist laut einer wissenschaftlichen Untersuchung von Fachleuten auch in Österreich ein Ausbruch von gefährlichen Myxomaviren dokumentiert worden. Betroffen waren Wien, Niederösterreich und das Burgenland.

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"Viele Jäger sind des Hasen Tod", sagt ein Sprichwort. Laut österreichischen Veterinärfachleuten könnte man das wohl auch für "viele Viren", darunter nunmehr die sogenannten Myxomaviren, sagen. Myxomaviren sind seit langem bekannt. Ursprünglich nannte man die Tierkrankheit auch "Kaninchenpest". Hervorgerufen wird sie durch eine Art Pockenvirus, das ursprünglich vor allem Kaninchenbestände vernichtete. Für den Menschen sind die Erreger völlig ungefährlich.

In den 1950er-Jahren setzte man in Australien Myxomaviren (MYXV) zur Bekämpfung von Wildkaninchen ein. Übertragen werden sie durch Insekten. 1952 wurden solche Viren auch nach Frankreich eingeführt, da man Kaninchenpopulationen verringern wollte. Doch solche Krankheitserreger können ein buchstäblich zweischneidiges Schwert darstellen. Durch Mutationen können sie sich an neue Wirtsorganismen anpassen und Schaden anrichten, der weit über das ursprünglich Gedachte hinausgeht.

"MYXV wurde in den 1950er-Jahren zur Kaninchenbekämpfung nach Europa und Australien eingeführt, wo es sich endemisch ausbreitete und genetische Anpassungen erfuhr. 2018 trat in Spanien eine neue rekombinante Variante (durch 110 Mutationen und andere Veränderungen charakterisiert und somit genetisch verändert; Anm.), das hasenadaptierte MYXV (ha-MYXV), auf, die zu einem signifikanten Rückgang der Populationen des Iberischen Feldhasen (Lepus granatensis) führte", schrieben jetzt Ulrike Auer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und ihre Co-Autoren in der Fachzeitschrift "Transboundary Emerging Diseases" (doi: 10.1155/tbed/7125710). Bis zu der damals neuen Beobachtung in Spanien waren Infektionen mit dem Virus de facto "nur" bei Kaninchen registriert worden.

Ein Problem: Die Viren haben sich offenbar auch an die Feldhasen angepasst und sind für sie gefährlich geworden. In Nordspanien verbreitete sich der MYXV-Erreger im Jahr 2020. 2023 und 2024 wurde er im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gefunden.

Genau diese Entwicklung macht sich offenbar auch in Österreich bereits großflächig bemerkbar. "Diese Studie berichtet über den ersten Ausbruch von ha-MYXV in Österreich, der Feldhasen (Lepus europaeus) und Wildkaninchen 2025 schwer befiel. Zwischen März und November des Vorjahrs wurden 272 Hasen- und zwölf Kaninchenkadaver zur Untersuchung eingesandt. Pathologische Untersuchungen zeigten bei 235 Feldhasen und zehn Wildkaninchen aus 89 Gemeinden in Österreich charakteristische Schwellungen und Entzündungen im Bereich der Augen, der Nase und des Genitaltrakts, begleitet von histologischen Epithelveränderungen (Gewebeveränderungen; Anm.), die mit einer Pockenvirusinfektion vereinbar sind", stellten die Fachleute fest.

Genetische Untersuchungen

Die genetischen Untersuchungen zeigten "eindeutig" einen Zusammenhang mit einer auch für die Feldhasen in den betroffenen Regionen hoch pathogenen Virusvariante. "Der Ausbruch breitete sich über Wien, Niederösterreich und das Burgenland aus, wobei Jäger von Hunderten weiteren, (offiziell) nicht gemeldeten Fällen berichteten", heißt es in der Zusammenfassung der wissenschaftlichen Arbeit.

Jedenfalls sollte man die Situation auch in Österreich genau überwachen, so die Experten: "Der Ausbruch unterstreicht außerdem die potenziellen indirekten Risiken für die öffentliche Gesundheit (One Health) durch Koinfektionen mit zoonotischen Bakterien bei betroffenen Hasen und verdeutlicht die Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung, Genomanalyse, gezielterer Untersuchungen potenzieller Vektoren und grenzüberschreitender Zusammenarbeit, um die Entwicklung und Ausbreitung von ha-MYXV zu beobachten, dessen Auswirkungen auf Wildtierpopulationen zu minimieren und damit verbundene Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit anzugehen." Auch aus Tschechien, der Slowakei und aus Ungarn gibt es bereits Belege für die für Feldhasen tödliche Erkrankung.

ARCHIV - 23.03.2026, Hessen, Frankfurt/Main: Feldhasen rennen über einen Acker. (zu dpa: «Zehn Fälle von Hasenpest in Hessen bislang») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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