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EHFG - Wettbewerbsfähigkeit der EU: Ruf nach mehr klinischen Studien

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++ ARCHIVBILD ++ Mehr klinische Studien für Medikamente gegen seltene Erkrankungen
©APA, dpa, Daniel Reinhardt
In der Diskussion um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der EU haben Expertinnen und Experten beim European Health Forum Gastein (EHFG) am Mittwoch mehr klinische Studien in Europa gefordert. Vor allem brauche es diese auch in Bezug auf Medikamente gegen seltene Erkrankungen. "Europa hat bereits alles, um wettbewerbsfähig zu sein", gab sich Steffen Thirstrup, Chief Medical Officer der EU-Arzneimittelbehörde EMA, bei einer Pressekonferenz in Bad Hofgastein zuversichtlich.

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Dem stimmte Holm Graeßner vom Universitätsklinikum Tübingen in einer anschließenden Session der Gesundheitskonferenz zu. "Der EU fehlt es nicht an klinischer Expertise", sagte der Forscher. Hoch spezialisierte Expertise sei über Ländergrenzen verbunden. Es brauche aber mehr Ressourcen und dann mehr klinische Studien, erläuterte er - also zunächst mehr Geld und Personal, bestätigte Graeßner auf Nachfrage.

"Wir müssen bessere Infrastruktur und Kommunikation aufbauen", sagte Ruth Ladenstein von der St. Anna Kinderkrebsforschung in Wien und bezog sich dabei auch auf "Personalinfrastruktur auf nationaler Ebene" und einen "Fokus auf klinische Studien". Das "Wissen ist hoch" und die Zusammenarbeit mit der Industrie funktioniere gut.

"Wir sind an einem Zeitpunkt in Europa, wo wir etwas ändern müssen. Wir möchten mit dem Rest der Welt Schritt halten", erklärte Nathalie Moll vom europäischen Pharmaverband EFPIA. Es sollten nun nicht mehr nur Probleme aufgezeigt, sondern Lösungen gefunden werden. Es brauche schnellere klinische Studien. "Das ganze System von Entdeckungen bis zur Markteinführung von neuen Medikamenten muss schneller, stärker und vorhersehbarer werden."

"Europa steht vor einer großen Herausforderung, wettbewerbsfähiger zu werden", sagte EHFG-Präsident Clemens Martin Auer. Dabei dürfe das Thema Gesundheit nicht vernachlässigt werden. Es brauche mehr klinische Forschung in Europa, forderte der frühere Spitzenbeamte im Gesundheitsministerium ebenso.

Die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie und mit Patientenorganisationen ist wichtig, erklärte EMA-Manager Thirstrup. "Die aktuelle Krise bringt auch Möglichkeiten für Verbesserungen", betonte Valentina Strammiello vom European Patients' Forum. Die Bedürfnisse von Patienten müssten immer mitbeachtet werden und bei der Wettbewerbsfähigkeit sollten Innovationen und die Gesellschaft im Blick sein, forderte sie. "Ohne Gesundheitspersonal, ohne genaue Datenlage und ohne zusammengeführte Strukturen, die die Patienten miteinbeziehen, wird alles nicht funktionieren", betonte auch der ins Salzburger Gasteinertal angereiste spanische Gesundheitsstaatssekretär Javier Padilla Bernáldez.

Sogenannte seltene Krankheiten betreffen 30 bis 36 Millionen Menschen in Europa. Das entspreche der Einwohnerzahl Polens und ist insgesamt also nicht selten, sagte Maurizio Scarpa vom Klinikum San Gerardo dei Tintori in Monza. Bei 70 Prozent der Betroffenen breche die Krankheit bereits in der Kindheit aus, es braucht aber im Schnitt fünf Jahre bis zur Diagnose.

Politische Entscheidungsträger müssten seltene Krankheiten nicht als Kostenfaktor sehen, sondern als Möglichkeit für Innovationen, sagte Maria del Mar Mañú Pereira vom Forschungsinstitut Vall d'Hebron in Barcelona. Forschung stärke das Gesundheitssystem und reduziere Hospitalisierungskosten.

ARCHIV - 29.04.2015, Hamburg: Medikamente liegen in den Regalen eines Kommissionierautomaten einer Apotheke. (zu dpa: «Apotheker wegen illegaler Medikamentenverkäufe vor Gericht») Foto: Daniel Reinhardt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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