Die Wiener Linien passen mit 1. Jänner 2027 ihre Tarife an. Was Jahreskarte, Einzelfahrt und Seniorenticket künftig kosten und was mit bereits gekauften Tickets passiert.
Wer in Wien mit den Öffis fährt, zahlt ab 1. Jänner 2027 mehr. Die Jahreskarte der Wiener Linien kostet bei Einmalzahlung künftig 483,10 Euro, bisher waren es 467 Euro, in der digitalen Variante 461 Euro. Umgerechnet sind das rund 1,32 Euro pro Tag. Die Tarife steigen um 3,45 Prozent, wie die Wiener Linien in ihrer Tarifinformation mitteilen.
Die Einzelfahrt kostet ab Jänner 3,10 Euro, wenn sie digital gekauft wird, und 3,30 Euro als Papierfahrschein. Die Jahreskarte für Jugendliche, Seniorinnen und Senioren sowie die Spezial-Jahreskarte kommt auf 310,40 Euro, das sind rund 0,85 Euro pro Tag. Bisher kostete sie bei Einmalzahlung 300 Euro.
Warum die Wiener Linien die Preise anheben
Grundlage der Erhöhung ist der Verbraucherpreisindex. Die Tarife werden um die Inflation von Juli 2025 bis Juni 2026 angepasst. Es ist die erste Anpassung im Rahmen der jährlichen Valorisierung, die Stadt Wien und Wiener Linien 2025 angekündigt haben. Damit sollen nach Angaben des Unternehmens größere Tarifsprünge künftig vermieden werden und die Preisentwicklung planbarer werden.
Die Mehreinnahmen sollen in Fahrzeuge, Infrastruktur, den Netzausbau und ergänzende Mobilitätsangebote fließen. „Um dieses leistungsfähige Angebot langfristig zu sichern, werden die Tarife der Wiener Linien mit 1. Jänner 2027 angepasst“, heißt es in der Mitteilung. Auch im übrigen Verkehrsverbund Ost-Region steigen die Preise. Der VOR nennt für sein Gebiet ein durchschnittliches Plus von 3,4 Prozent.
Was sich für Schülerinnen, Schüler und Schwarzfahrende ändert
Für Familien gibt es eine Ausnahme: Das Jugendticket bleibt laut VOR bei 29,60 Euro. Das Top-Jugendticket wird teurer, allerdings erst mit dem Schuljahr 2027/28. Ab September 2027 kostet es 103 statt 101 Euro.
Teurer wird auch das Fahren ohne gültigen Fahrschein. Im Verkehrsverbund werden künftig 140 Euro fällig, egal ob sofort oder per Zahlschein bezahlt wird. Nach einer Zahlungserinnerung steigt der Betrag auf 191 Euro. Wer digital kauft, spart weiterhin: Kurzzeittickets und Einzelfahrscheine im WienMobil-Ticketshop sind laut Wiener Linien rund fünf Prozent günstiger als auf Papier.
Was mit Jahreskarten und gekauften Tickets passiert
Wer bereits eine Jahreskarte hat, zahlt den neuen Preis erst bei der Verlängerung. Entscheidend ist der Gültigkeitsbeginn: Beginnt die Jahreskarte spätestens am 1. Dezember 2026, gilt noch der alte Tarif, ab 1. Jänner 2027 der neue. Verträge mit Lastschrift verlängern sich laut Wiener Linien automatisch um zwölf Monate, wenn sie nicht spätestens einen Monat vor Ablauf schriftlich gekündigt werden. Der Abbuchungsbetrag wird dann angepasst.
Fahrscheine, die noch zum alten Preis gekauft wurden, bleiben ab Inkrafttreten der neuen Tarife sechs Monate gültig, also bis 30. Juni 2027. Innerhalb von zwölf Monaten, bis 31. Dezember 2027, können sie mit einem Abschlag von zehn Prozent zurückgegeben oder gegen ein gleich- oder höherwertiges Ticket getauscht werden. Wer jetzt noch Einzelfahrscheine auf Vorrat kauft, sollte diese Fristen im Blick behalten.
Wie die Rathausparteien die Erhöhung bewerten
Die SPÖ verteidigt die jährliche Anpassung. „Die jährliche Valorisierung ist kein Teuerungsautomatismus, sondern ehrliche und vorausschauende Politik“, sagt Omar Al-Rawi, SPÖ-Gemeinderat und Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke, in einer Aussendung des SPÖ-Rathausklubs.
Kritik kommt von der FPÖ. „Von leistbarer Mobilität kann längst keine Rede mehr sein“, sagt Klemens Resch, Landtagsabgeordneter und Stadtwerkesprecher der Wiener FPÖ, laut einer Aussendung des FPÖ-Rathausklubs. Die Wiener Linien haben die neuen Tarife am 23. Oktober 2026 veröffentlicht.
Quellen
Wiener Linien: Gemeinsam mobil: Neue Tarife ab 1. Jänner 2027 (23.10.2026)
Wiener Linien: Jahreskarte (2026)
Verkehrsverbund Ost-Region via APA-OTS: Tarifanpassung im Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) ab 1. Jänner 2027 (23.10.2026)
SPÖ-Rathausklub via APA-OTS: Al-Rawi (SPÖ) zu Tarifanpassung (23.10.2026)
FPÖ-Rathausklub via APA-OTS: FPÖ-Resch: Nächste Öffi-Preiserhöhung ist Schlag ins Gesicht der Fahrgäste (23.10.2026)
