ABO

Tote auf der Krim nach ukrainischem Drohnenangriff

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Schwarzen Meer sind nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien bei den Attacken verletzt worden. Der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, teilte bei Telegram mit, dass in der Krim-Hauptstadt drei Menschen getötet und sieben verletzt worden seien. Details nannte er nicht. Später meldete er noch einen Toten.

von

Dieser sei neben zwei Verletzten nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug gemeldet worden. Russland hatte die Krim 2014 annektiert und nutzt sie auch als Aufmarschgebiet für seine Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew will mit den Drohnenangriffen vor allem den militärischen Nachschub stören. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau fing die russische Armee in der Nacht auf Donnerstag 272 ukrainische Drohnen ab und zerstörte sie.

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben außerdem eine Schießpulverfabrik in der russischen Oblast Rjasan angegriffen. Als Folge des Angriffes sei ein Feuer ausgebrochen, das eine Fläche von 400 Quadratmetern umfasse, teilt der ukrainische Generalstab auf Telegram mit. Rjasan liegt nicht an der Grenze zur Ukraine, sondern weiter im Landesinneren und südlich von Moskau.

Am Mittwoch hatte die Ukraine laut russischen Behörden kurz vor dem Start des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg Energie- und Militäranlagen in der zweitgrößten russischen Stadt angegriffen. Dabei wurde laut Gouverneur Alexander Beglow niemand getötet. Über der Stadt war dunkler Rauch zu sehen.

Russland setzt nach ukrainischen Angaben seine systematischen Angriffe auf die Logistikinfrastruktur des Nachbarlandes weiterhin fort. Allein im April habe es mehr als 500 Drohnenangriffe gegeben, schrieb der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexij Kuleba am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Demnach würden die ukrainischen Häfen praktisch jeden zweiten Tag angegriffen.

Trotz der Angriffe funktioniere der ukrainische See-Exportkorridor jedoch weiter. Die Seehäfen des Landes hätten im laufenden Jahr 2026 bisher fast 35 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen.

Bei der mehrtägigen Veranstaltung des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg wird am Donnerstag Präsident Wladimir Putin erwartet. Unter anderem will er sich mit führenden Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen treffen. Am Freitag will er eine Rede halten. UN-Generalsekretär António Guterres soll am selben Tag an einer Veranstaltung zu Umweltfragen teilnehmen.

Bei dem bis Samstag andauernden Wirtschaftsforum werden insgesamt rund 20.000 Besucher aus 130 Ländern erwartet. Das St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) wird seit 1997 jährlich von der russischen Regierung veranstaltet. Nach eigener Darstellung ist es eine Plattform für den "Dialog zwischen Geschäftskreisen aus Russland, aufstrebenden Märkten und der ganzen Welt".

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER