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Tote nach russischem Angriff auf Frachtschiff bei Odessa

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Angriff auf internationales Frachtschiff
©APA/APA/Ukrainian Navy/HANDOUT
Nach einem russischen Angriff auf ein internationales Frachtschiff im Schwarzen Meer vor der Stadt Odessa sind nach ukrainischen Angaben zehn Menschen getötet worden. Bei russischen Angriffen auf südostukrainische Städte starben nach ukrainischen Behördenangaben außerdem mindestens vier Menschen. In der russischen Grenzregion Belgorod wurden unterdessen nach Behördenangaben bei einem ukrainischen Drohnenangriff mindestens fünf Insassen eines Busses getötet.

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Bei dem Einschlag in der Stadt Schebekino seien auch mindestens 23 Passagiere verletzt worden, teilte der geschäftsführende Gouverneur Alexander Schuwajew mit. "Vier Frauen und ein Bub sind an ihren Verletzungen gestorben", sagte er. Der Gouverneur sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Region Belgorod ist Aufmarschgebiet für die russischen Truppen und ihren Angriffskrieg gegen die benachbarte Ukraine. Kiews Truppen verteidigen sich gegen Moskaus Invasion mit Drohnenattacken auf russische Ziele. Dabei kommen immer wieder Zivilisten zu Schaden. Die Zerstörungen im Gebiet Belgorod sind massiv.

Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff war mit einer Ladung Mais aus dem Hafen ausgelaufen, als es am Sonntagabend Ziel eines Angriffs wurde, wie die ukrainische Hafenbehörde am Montag mitteilte. Acht Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Zunächst war hinsichtlich des Getreidefrachters von fünf Toten und fünf Vermissten die Rede gewesen. An Bord des Schiffs waren laut Ministerpräsident Serhij Korezkyj 17 Seeleute aus Indien und Syrien sowie ein Ukrainer. Das Schiff habe sich in der Kampfzone aufgehalten, habe aber keine militärische Gefahr dargestellt. An Bord sei ein Brand ausgebrochen infolge des Beschusses.

Die Ukraine verurteilte den Angriff. Es handle sich um einen Terrorakt gegen die zivile Schifffahrt und einen Verstoß gegen das internationale Recht. Russland teilte unterdessen laut der Nachrichtenagentur Interfax mit, bei Angriffen in der Nacht Treibstofflager im Hafen von Odessa getroffen zu haben.

Insgesamt starben im Juli in der Region Odessa durch russische Luftangriffe 28 Menschen. "Seit Anfang Juli war die Region Odessa täglich ständigen Beschüssen ausgesetzt. Es gab Tage, an denen in der Region 13 bis 15 Luftalarmmeldungen ausgegeben wurden", sagte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, am Montag im ukrainischen Fernsehen.

In der Schwarzmeer-Region herrscht ein von Kiew selbst so bezeichneter Seekrieg. Dort gibt es schwere Gefechte zwischen den Kriegsparteien. Russland greift den Hafen in der Region Odessa fast täglich an. Unklar war, wieso in der umkämpften Region überhaupt ein ziviles Schiff unterwegs war. Russland wirft der Ukraine vor, sich unter dem Deckmantel ziviler Schiffe Waffen und Rüstungsgüter für den Abwehrkampf im russischen Angriffskrieg liefern zu lassen.

Zwei Menschenleben und viele Verletzte forderte ein russischer Angriff mit Lenkbomben auf die südostukrainische Stadt Saporischschja. Bei dem russischen Luftangriff auf das südostukrainische Gebiet Saporischschja kamen in der gleichnamigen Gebietshauptstadt mindestens zwei Menschen ums Leben. Mindestens 42 weitere wurden bei dem Angriff verletzt, darunter auch acht Kinder, wie der ukrainische Rettungsdienst in der Nacht auf Telegram mitteilte. Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte das russische Militär die Stadt mit Lenkbomben angegriffen. Dabei sei ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen worden. Zwei Stockwerke des Hauses wurden demnach vollständig zerstört.

In der Stadt Pawlohrad im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk seien zwei Personen ums Leben gekommen, teilte der Chef der Militärverwaltung der Region, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Weitere 13 seien verletzt worden. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft setzte Russlands Militär dabei Gleitbomben ein und beschädigte mehrstöckige Wohnhäuser und Autos.

Indes sind nach russischen Angaben in der Nacht auf Montag mehr als 400 "feindliche Drohnen" auf die Region der Hauptstadt Moskau zugeflogen. "Die meisten" von ihnen seien in größerer Entfernung "neutralisiert" worden, erklärte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf der staatlichen Online-Plattform Max. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, schrieb bei Telegram von zehn Verletzten in verschiedenen Städten, Bränden und Schäden. Seinen Angaben nach lösten herabstürzende Drohnentrümmer in der Industriestadt Podolsk rund 40 Kilometer südlich von Moskau Feuer aus, zivile Infrastruktur und ein Haus wurden beschädigt.

Allein in der ebenso rund 40 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Stadt Domodedowo gab es Worobjow zufolge sieben Verletzte. Sechs von ihnen seien ins Krankenhaus gebracht worden, darunter drei chinesische Staatsbürger. Der russische Online-Versandhändler Wildberries teilte mit, dass ein Logistikzentrum in Koledino nahe Podolsk aus Sicherheitsgründen evakuiert worden sei. Der Betrieb sei aber wieder aufgenommen worden. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, dass in der Nacht 381 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt worden seien.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Angriffe auf ein Öldepot und Logistikeinrichtungen in der Region Moskau. Außerdem seien zwei Tanker der russischen Schattenflotte und vier Frachtschiffe getroffen worden, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Die Ukraine reagiere angemessen auf jeden russischen Angriff auf ihre Städte und Gemeinden. Die ukrainische Armee hat in den vergangenen Monaten die Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt. Sie bezeichnet sie als Vergeltung für die mehr als vier Jahre andauernden Angriffe auf ukrainisches Gebiet.

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