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Moskau verkündet einseitige zweitägige Waffenruhe mit Kiew

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Kremlchef Wladimir Putin
©Pool, Afp, VIACHESLAV PROKOFIEV, APA
Die russische Armee hat eine einseitige Waffenruhe mit der Ukraine für den 8. und 9. Mai verkündet. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte am Montag in der vom russischen Staat unterstützten Nachrichtenapp Max, dies geschehe "gemäß einer Entscheidung" des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Am 9. Mai wird in Russland feierlich an den Sieg der Sowjetunion über Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert.

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Zugleich drohte das russische Verteidigungsministerium mit einem Vergeltungsangriff auf das Stadtzentrum von Kiew, sollte die Ukraine die Feuerpause brechen. "Sollte das Kiewer Regime versuchen, seine kriminellen Pläne zur Störung der Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg umzusetzen, werden die russischen Streitkräfte einen massiven Vergeltungsraketenangriff auf das Zentrum von Kiew starten", erklärte das Verteidigungsministerium.

Moskau zähle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor Journalisten mitgeteilt, dass Kiew keine offiziellen Angebote zu einer möglichen Feuerpause am 9. Mai erhalten habe.

Über eine mögliche Waffenruhe über den Feiertag hatten zuerst Putin und US-Präsident Donald Trump bei einem Telefonat Ende April gesprochen. Putin erwäge eine solche Feuerpause, sagte dessen außenpolitischer Berater Juri Uschakow. Aber auch Trump nahm in Washington die Initiative für sich in Anspruch. Selenskyj forderte daraufhin von den USA Aufklärung, was genau besprochen worden sei. Die Ukraine trete für einen dauerhaften Waffenstillstand und einen mit Sicherheitsgarantien versehenen Frieden ein, sagte er.

Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. In dieser Zeit wurden mehrmals über hohe Feiertage kurzzeitige Waffenruhen ausgerufen. Zuletzt gab es einen Versuch über das orthodoxe Osterfest Mitte April. Beide Seiten verzichteten für etwa 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe im gegnerischen Hinterland. An der Frontlinie blieb es unruhig, weil kleine Drohnen weiter eingesetzt wurden. Russland und die Ukraine warfen einander deshalb jeweils mehrere tausend Verstöße vor.

Auch zum Tag des Sieges 2025 hatte Putin eine dreitägige Feuerpause angeordnet. Russland beging den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs damals mit einer großen Militärparade und vielen ausländischen Gästen. Etwa der chinesische Präsident Xi Jinping kam nach Moskau.

In diesem Jahr soll die traditionelle Parade auf dem Roten Platz erstmals seit 2007 wieder ohne die Vorführung von Panzern und Raketen stattfinden. Angesichts möglicher ukrainischer Drohnenangriffe begründete Verteidigungsministerium den Verzicht mit der "operativen Lage".

Russische Beobachter weisen auch darauf hin, dass die Demonstration von militärischer Macht unglaubhaft wirken könnte angesichts der russischen Probleme im Ukraine-Krieg. Die Wirtschaft leidet unter dem Krieg, die militärischen Verluste sind hoch, und ukrainische Drohnen treffen immer sichtbarer Ziele tief im russischen Rückraum.

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