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Ballistische Raketen seien weiterhin die größte Bedrohung, weshalb weitere Luftabwehrsysteme für die Ukraine lebensnotwendig seien, so der ukrainische Präsident. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland insgesamt 130 Drohnen, 48 Marschflugkörper sowie ballistische Raketen ab. Die Luftabwehr habe 161 Flugkörper abgefangen.
Die Angriffe konzentrierten sich demnach auf die Hauptstadt Kiew, Poltawa im Zentrum des Landes, Dnipropetrowsk im Südosten und Charkiw im Nordosten. Eine Rakete schlug in Pryluki im nördlichen Gebiet Tschernihiw in ein fünfstöckiges Wohngebäude ein. Dabei wurden örtlichen Behörden zufolge mindestens vier Menschen getötet und 20 weitere verletzt. In Kiew kamen zwei Menschen ums Leben, in der Region Poltawa gab es zwei Todesopfer. Industrieanlagen in Dnipro und die Verkehrsinfrastruktur in Saporischschja wurden zudem beschädigt.
Der Angriff fiel zusammen mit dem 74. Geburtstag des russischen Staatschefs Wladimir Putin, der den Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Allerdings waren die Ukrainer auf die Attacke eingestellt. Präsident Selenskyj hatte am Vorabend eindringlich davor gewarnt. Am Dienstagabend war es bereits zu einem Drohnenangriff in der nordostukrainischen Großstadt Sumy gekommen. Die Nachrichtenagentur RBK Ukraine berichtete unter Berufung auf den Bürgermeister von einem Toten und mehreren Verletzten.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Streitkräfte hätten einen "massiven Schlag" gegen Rüstungsbetriebe in Kiew und anderen Regionen geführt. Ziel seien unter anderem Standorte des ukrainischen Rüstungsunternehmens Fire Point gewesen, das Marschflugkörper vom Typ Flamingo sowie Drohnen herstellt. Selenskyj hatte in der vergangenen Woche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, die Ukraine habe erstmals eine im Inland hergestellte ballistische Rakete von Fire Point im Kampf eingesetzt. Er erwarte, dass das Unternehmen bis zum Herbst eine FP-9-Rakete mit größerer Reichweite fertigstelle, die auch Moskau erreichen könne.
Die Ukraine griff ihrerseits auch wieder Ziele tief in Russland an. Zwei russische Ölanlagen und ein Truppenübungsplatz in den Regionen Perm, Samara und Astrachan seien attackiert worden, teilte Selenskyj auf Telegram mit. "Dies sind gerechtfertigte Antworten der Ukraine auf alle russischen Angriffe auf unsere Bevölkerung", erklärte er.
