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Herbert Kickl legt jetzt alle Hemmungen ab

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Herbert Kickl©APA-Images / Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Der FPÖ-Chef wirbt mehr denn je für „Remigration“: Dass er den rechtsextremen Kampfbegriff so offen einsetzt, lässt tief blicken: Er hat keine Angst, dass es ihm schaden könnte. Im Gegenteil.

Rechtsextreme Gruppen, wie die „Identitäre Bewegung Österreichs“, haben es weit gebracht. Im jüngsten Verfassungsschutzbericht heißt es, es zeichne sich ab, dass sie die Wortschöpfung „Remigration“ nicht nur in das Parteiprogramm rechter Parteien bringen, sondern europaweit verbreiten wollten.

Mittlerweile ist er bei Vertretern der deutschen AfD genauso gebräuchlich wie bei der FPÖ hierzulande, und deren Chef Herbert Kickl versucht jetzt sogar, ihn in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren. In einem eigenen „Remigrationssong“ lässt er ihn nicht als etwas Brutales darstellen; sondern vielmehr zynisch als etwas, was mit einem modernen „Airbert One“-Flieger durchgeführt werden könnte und mit dem für Land und Leute nur Befreiend-Positives einhergehen würde.

Gar keine Hemmungen mehr

Das ist umso bemerkenswerter, als „Remigration“ laut Verfassungsschutzbericht „völkisch aufgeladen“ ist und bedeutet, „dass Asylwerberinnen und Asylwerber, Fremde und nicht assimilierte Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zwangsweise außer Landes gebracht werden sollen“.

Davon betroffen sein könnten demnach zum Beispiel also auch Österreicherinnen und Österreicher mit Migrationshintergrund, die aus irgendeinem Grund den Vorstellungen der Mehrheitsbevölkerung widersprechen. Es lässt tief blicken, dass Kickl hier so gar keine Hemmungen zeigt. Vor ein paar Jahren noch hätte er befürchten müssen, dass es ihm schadet, rechtsextreme Ideen weiterzutragen. Heute kann er davon ausgehen, dass es ihm nützt.

Diskursverschiebung

Zu tun hat das mit einer Diskursverschiebung: Asylmigration ist politisch (fast) ausschließlich negativ besetzt. Der schwarz-rot-pinken Koalition etwa ist es wichtig, sie gegen null zu bringen, Familiennachzug trotz menschenrechtlicher Bedenken zu begrenzen und möglichst viele Abschiebungen durchzuführen.

Problem: Aus Kickls Sicht macht sie sich damit nur zum Schmiedl – beziehungsweise gibt sie ihm die Möglichkeit, sich durch „Remigration“ erst recht als der Schmied zu inszenieren, der mit Abstand am weitesten geht und am Ende des Tages einen erheblichen Teil der Wählerschaft auf seiner Seite hat.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 25/2026 erschienen.

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