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Militärverwaltungsschef Mychailo Semikin erklärte, es könnten noch weitere Opfer unter den Trümmern gefangen sein. Ein AFP-Korrespondent vor Ort beobachtete, wie Rettungshelfer Menschen aus den Trümmern bargen.
Nach Angaben der örtlichen Polizei hatte Russland am frühen Samstag früh Wohngebiete mit fünf Lenkbomben angegriffen. Dabei seien zwei Wohngebäude getroffen worden. Die Region Saporischschja liegt nur wenige Dutzend Kilometer von der Front entfernt. Die Region und die gleichnamige Stadt sind immer wieder Ziel von Angriffen. Russland hat in den vergangenen Monaten seine Angriffe auf die Ukraine intensiviert, die Zahl ziviler Opfer stieg dadurch deutlich.
Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen ihrerseits das südrussische Gebiet Rostow ins Visier. Auf der NASA-Website Firms, die weltweit Brandherde erfasst, waren mehrere Feuer dort zu sehen, wo sich ein Erdöl verarbeitendes Unternehmen befindet. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, schrieb bei Telegram von Bränden und Schäden an Wohnhäusern infolge ukrainischer Angriffe. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke beschädigt worden. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche Hilfe.
In der Stadt Asow seien zwei Schiffe beschädigt worden. Mehr als 100 Drohnen seien über dem Gebiet Rostow abgewehrt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau gab an, in der Nacht 560 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt zu haben.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem brutalen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt Kiew immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Darunter vor allem die für Russlands Kriegskasse so wichtige Ölindustrie.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnete unterdessen die Gespräche in den USA mit den ukrainischen Unterhändlern über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs als "konstruktiv". Bei dem Austausch in Miami im Bundesstaat Florida sei es unter anderem um "kurzfristige Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Winter" in der Ukraine wie die Stärkung der Energieinfrastruktur und Getreideexporte gegangen, erklärte Witkoff im Onlinedienst X.
Auch Sicherheitsgarantien und "langfristige Vorkehrungen für die Sicherheit der Ukraine und Europas" waren demnach Thema. Ob die Gespräche wie angekündigt am Samstag fortgesetzt werden, teilte Witkoff nicht mit.
Die Versuche der US-Regierung, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln, waren seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar zum Erliegen gekommen. In den vergangenen Wochen wurden sie wieder aufgenommen.
