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Lena Schätte wird Festivalschreiberin in Kärnten

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©Johannes Puch

Die Bachmann-Preisträgerin 2026 erhält Preis der Festivalschreiberin des Carinthischen Sommers

Lena Schätte, Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2026, erhält zusätzlich den Preis der Festivalschreiberin des Carinthischen Sommers 2027. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der 50. Tage der Deutschsprachigen Literatur vergeben und heuer vom Publikum bestimmt.

Nadja Kayali, Intendantin des Carinthischen Sommers, überreichte den Preis am 28. Juni 2026 an die Autorin. Damit steht fest, wer im kommenden Jahr als Festivalschreiberin nach Kärnten eingeladen wird.

Aufenthalt beim Carinthischen Sommer 2027

Seit 2025 vergibt das Festival Carinthischer Sommer im Rahmen des Bachmann-Wettlesens die Position der Festivalschreiberin beziehungsweise des Festivalschreibers. Der Preis ist mit 3.000 Euro in bar sowie einem Aufenthalt während des Carinthischen Sommers dotiert.

Nach Tara Meister ist Lena Schätte die zweite Autorin, die diese Position innehat. Sie wird im Juli 2027 beim Carinthischen Sommer in Kärnten erwartet und während ihres Aufenthalts literarisch arbeiten.

Text „Was wir tragen“ überzeugte Jury und Publikum

Lena Schätte wurde 1993 in Nordrhein-Westfalen geboren. Beim Bachmann-Wettlesen trat sie auf Einladung von Jurymitglied Thomas Strässle mit dem Text „Was wir tragen“ an. Damit überzeugte sie sowohl die Jury als auch das Publikum.

Die Autorin arbeitete als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bevor sie 2020 ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. Ihr literarisches Debüt gab sie 2014 mit dem Coming-of-Age-Roman „Ruhrpottliebe“.

Eine Erzählung über Freundschaft, Ausgrenzung und Gewalt

In ihrem Siegertext erzählt eine Ich-Erzählerin von ihrer engen Freundschaft mit der einzigen anderen übergewichtigen Mitschülerin. Beide ziehen sich von den anderen zurück, werden gemobbt und entwickeln eigene Rituale.

Zugleich schildert der Text das gewaltvolle Verhältnis der Erzählerin zu ihrer Mutter, die selbst von Essstörungen geprägt ist. Mit zunehmender körperlicher Stärke beginnt die Erzählerin, sich zu widersetzen.

Festivalintendantin Nadja Kayali würdigte die neue Festivalschreiberin mit den Worten: „Ich freue mich, dass wir die Preisträgerin des Jubiläums-Bachmannpreises als Festivalschreiberin begrüßen dürfen, eine Frau, die in Text und Vortrag eine unglaublich suggestive literarische Kraft entfalten konnte, die tief unter die Haut geht.“

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