Vorstand der Österreichischen Lotterien v.l.n.r. Andreas Bierwirth, Erwin van Lambaart, Martin Škopek;
©Achim BieniekDie Österreichischen Lotterien blicken auf vier Jahrzehnte zurück. Im Fokus stehen Spielerschutz, Sportförderung und Beiträge für Österreich.
Am 2. Juli 1986 wurden die Österreichischen Lotterien gegründet. Wenige Wochen später, am 7. September, folgte die erste Ziehung von Lotto „6 aus 45“. Damit begann in Österreich eine neue Phase des geregelten Glücksspiels, das nach klaren Vorgaben, kontrolliert und unter verlässlichen Rahmenbedingungen angeboten werden sollte.
Vier Jahrzehnte später ziehen die Österreichischen Lotterien eine Bilanz, die wirtschaftliche Leistung, sichere Spielabwicklung, Spielerschutz und gesellschaftlichen Nutzen miteinander verbindet. Nach Unternehmensangaben bilden Seriosität, Integrität, Transparenz und ordnungspolitische Verantwortung bis heute die Grundlage des Modells.
Rekordgewinne und starke Beiträge an den Staat
In den vergangenen 40 Jahren wurden insgesamt 13.927 Hochgewinne erzielt. Dazu zählen Gewinne von einer Million Schilling und mehr aus den Jahren 1986 bis 2001 sowie Gewinne ab 100.000 Euro seit 2002. Unter ihnen waren 1.420 Gewinne in Euro-Millionenhöhe.
Der bisher höchste Gewinn der österreichischen Glücksspielgeschichte fiel am 28. März 2025: Eine Person gewann über win2day bei EuroMillionen den Europot von 250 Millionen Euro im Alleingang. Bereits am 8. Dezember 2023 hatte ein weiterer win2day-User 240 Millionen Euro gewonnen. Der höchste Lottosechser wurde am 21. November 2018 in Niederösterreich erzielt. Nach einem Siebenfachjackpot brachte er 14,9 Millionen Euro.
Auch wirtschaftlich war 2025 ein besonderes Jahr. Die Österreichischen Lotterien leisteten 706,9 Millionen Euro an Steuern, Abgaben und Beiträgen an den Staat. Das entspricht im Jahresdurchschnitt knapp zwei Millionen Euro pro Tag für den österreichischen Staatshaushalt.
Lotto „6 aus 45“ bleibt der Klassiker
Das prägende Produkt des Unternehmens ist weiterhin Lotto „6 aus 45“. Über 40 Jahre hinweg wurden durchschnittlich 21 Tipps pro Sekunde abgegeben, täglich und rund um die Uhr.
Im Jahr 2025 kamen bei den Wettscheinspielen 927,4 Millionen Tipps zusammen. Zusätzlich wurden knapp 48 Millionen Rubbellose und 13,5 Millionen Brieflose verkauft. Das Vertriebsnetz umfasst mehr als 5.000 Annahmestellen in ganz Österreich. Ergänzt wird es durch 20 Winwin-Standorte und die Online-Spieleseite win2day mit 1,2 Millionen registrierten Userinnen und Usern.
Digitalisierung unter klaren Regeln
Das Produktportfolio wurde seit der Gründung laufend erweitert. Dazu zählen Lotto „6 aus 45“, EuroMillionen, Joker, Online-Spiele auf win2day sowie Sofortlotterien wie Brieflose und Rubbellose. Seit 2004 sind zudem Video Lottery Terminals an Winwin-Standorten in Betrieb.
Mit dem Start des ersten österreichischen win2day Online Casino Studios wurde 2025 ein weiteres Kapitel der Digitalisierung eröffnet. Laut Unternehmen stärkt es das legale digitale Angebot und schafft rund 160 zusätzliche Arbeitsplätze im Raum Wien.
Innovation soll dabei nicht für Wachstum um jeden Preis stehen. Im Mittelpunkt stehen die sichere Weiterentwicklung der Spielangebote, gesetzliche Rahmenbedingungen, technische Standards und Prävention.
Spielerschutz als Kernaufgabe
Eine zentrale Rolle nimmt der Spielerschutz ein. Die Österreichischen Lotterien verweisen auf ein System aus Prävention, Technologie, fachlicher Kompetenz sowie klaren Regeln und Abläufen. Im digitalen Bereich sollen der Health Check und das Spielerschutztool Mentor den bewussten Umgang mit dem eigenen Spielverhalten unterstützen.
Der für win2day entwickelte Health Check wurde 2024 mit dem Innovation Award der European Lotteries ausgezeichnet. Verantwortung beginnt laut Unternehmen bereits beim Spieldesign. Jede Werbemaßnahme durchläuft eine Responsible-Advertising-Prüfung, Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Vertriebspartner absolvieren verpflichtende Schulungen und Weiterbildungen.
Ergänzt wird das System durch die Playsponsible Academy, die internationalen Austausch zu Spielerschutz, Psychiatrie, Psychologie, Sozialwissenschaften und Neurologie bündelt. Externe Zertifizierungsaudits in Bereichen wie Compliance, Datenschutz, Informationssicherheit, Qualitätsmanagement, Corporate Social Responsibility und Responsible Gaming sollen die Standards regelmäßig überprüfen.
Präsenz in den Regionen Österreichs
Das flächendeckende Netz von mehr als 5.000 Annahmestellen verankert die Österreichischen Lotterien in Städten, Gemeinden und Regionen. Diese Präsenz reicht über den Verkauf hinaus. Seit 1986 flossen über die gesetzlich verankerte Sportförderung mehr als 2,2 Milliarden Euro in den österreichischen Spitzen- und Breitensport.
Die Mittel unterstützen Trainingsmöglichkeiten, Nachwuchsförderung, Vereinsleben, Wettbewerbe, Infrastruktur und sportliche Entwicklung. Damit ist das Unternehmen nicht nur Teil des Glücksspielmarkts, sondern auch ein Finanzierungsfaktor für den Sport in Österreich.
Kultur, Teilhabe und Verantwortung
Neben dem Sport engagieren sich die Österreichischen Lotterien in kulturellen und sozialen Projekten. Die Lotterien Tage machen Produkte des Unternehmens zur Eintrittskarte für Kunst, Kultur und Freizeit. Barrierefreie Angebote und spezielle Führungen für Menschen mit Behinderungen sollen Teilhabe ermöglichen. 2025 wurde im Rahmen eines Lotterien Tages die 200.000ste Besucherin im Tiergarten Schönbrunn begrüßt.
Auch als Arbeitgeber verweist das Unternehmen auf Weiterbildung, Vielfalt, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Fairness. Genannt werden unter anderem das Goldene Siegel von „Best Recruiters“, das staatliche Gütezeichen „Beruf und Familie“ und die Great Place to Work-Zertifizierung. Beschäftigte können im Rahmen von Corporate Volunteering bis zu fünf Arbeitstage pro Jahr für freiwilliges Engagement einsetzen.
Jubiläum mit Blick nach vorn
Nach 40 Jahren steht das Jubiläum der Österreichischen Lotterien für mehr als erfolgreiche Produkte und hohe Gewinne. Es verweist auch auf die Frage, wie geregeltes Glücksspiel in Österreich wirtschaftliche Leistung, Spielerschutz und gesellschaftliche Verantwortung verbinden kann.
Generaldirektor Erwin van Lambaart sieht das Jubiläum als Auftrag für die Zukunft. Vertrauen entstehe nicht automatisch mit Erfolg, sondern durch verlässliches Handeln, klare Prinzipien und ernst genommene Verantwortung. Auch die weiteren Stellungnahmen aus Vorstand, Eigentümervertretung und Allwyn betonen Verlässlichkeit, Innovation, Spielerschutz und gesellschaftlichen Nutzen als zentrale Elemente des Unternehmensmodells.






