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Impulsgesteuert und aufgeräumt: Neues von Madsen

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Sebastian Madsen fühlt sich auf der Bühne wohl
©AXEL HEIMKEN, APA, dpa
Die Band Madsen steht für Zusammenhalt und Empathie, macht 90er-Jahre geprägte Indie-Musik und liefert am Freitag ihr zehntes Album ab. "Smile" sei "impulsgesteuert und konzeptlos" entstanden, sagten die Brüder Sebastian (Gesang, Gitarre) und Sascha Madsen (Drums) im APA-Gespräch. "Wenn Lieder da waren, die wir Lust hatten aufzunehmen, dann haben wir die in unserem Proberaum aufgenommen." Live ist die Gruppe am 13. Juni beim Nova Rock und am Tag davor in Dornbirn zu erleben.

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Die Arbeit am Album selbst sei ihnen recht leicht gefallen, betonte Sebastian. "Aber wir mussten uns erst wieder die Bedingungen schaffen und bei uns aufräumen, um als Band richtig zu funktionieren. Wir mussten unsere Aufgabenbereiche noch mal genau besprechen und ein paar Konflikte austragen, die bei einem Familienunternehmen irgendwie dazugehören. Wir sind vier starke, unterschiedliche Charaktere, die unterschiedliche Leben führen. Wir wollen uns auch so sein lassen, wie wir sind, müssen aber in den richtigen Momenten zusammenarbeiten und uns einig sein. Das mussten wir ein bisschen wieder lernen. Das Aufnehmen selber war dann eine Befreiung."

Madsen - neben den beiden Gesprächspartnern gehören der dritte Bruder Johannes (Gitarre, Gesang) und Niko Maurer (Bass) zum Kern - haben sich von ihrem langjährigen Management getrennt, "was schmerzhaft war". Und sie veröffentlichen auf ihrem eigenen Label. "Mehr Madsen-DIY gab es noch nie: Wir haben die Platte auch komplett selbst aufgenommen", so der Schlagzeuger.

Mit dem Vorgänger "Hollywood" war man in der Heimat Deutschland erstmals an die Spitze der Charts gestoßen. Das habe keinen Druck erzeugt, versicherte Sebastian. "Eine Nummer eins in der Vita der Band zu haben, ist was ganz Tolles. Das hat uns auch total gerührt. Wir gehen jetzt aber eher davon aus, dass so was nicht mehr passiert. Das ist die gesündeste Herangehensweise. Man muss sich auch klar machen, dass es am Ende auch nicht darum geht. Wir haben auch nie Platten oder Musik gemacht, um allen zu gefallen. Im Gegenteil. Wir wollten etwas anderes zu dem bieten, was man im Formatradio so hört."

Hat sich der Spirit seit der Bandgründung vor mehr als 20 Jahren geändert? "Die Freude ist eine sehr ähnliche und die Energie auch", antwortete Sascha. "Wir wollen aber keine Berufsjugendlichen sein, sondern setzen diese Energie und diese Freude altersgerecht um. Wir können uns ja immer noch wirklich wie kleine Kinder freuen, wenn wir im Proberaum stehen." Am Puls der Zeit wolle man sich nicht orientieren. "Wir machen keinen Hehl daraus: Was wir machen, ist absolut 90er-Jahre geprägt", betonte Sebastian. "Das ist nicht die Musik der Jugend und das ist auch gut so. Ich freue mich, wenn sich Jüngere zu uns hinverirren, aber für die sind jetzt andere da."

Mit "Auf die Barrikaden" findet man auf "Smile" ein politisches Lied, mit dem Madsen klar Farbe bekennen. "Wir stehen für eine offenere Gesellschaft ein, das ist in uns, so sind wir aufgewachsen", sagte Sascha. "Wir finden es idiotisch, Menschen auszugrenzen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, oder was auch immer." Man merke, dass der Ton rauer wird bei Leuten, die eine andere Meinung vertreten: "Für Menschen, die eher sensibel und offenherzig durchs Leben gehen, sind das herausfordernde Zeiten. Man soll sich die Lebensfreude aber nicht nehmen lassen", fügte Sebastian hinzu.

So ist "Smile" im Grund ein sehr positives Album geworden, bestätigten die Geschwister. "Da ist ganz viel von uns und unserer Energie drin, so wie wir angefangen haben als Fans von Punkrock und großen Pophymnen oder was auch immer. Wir haben die Platte gemacht, die uns selber Spaß bereitet."

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - www.madsenmusik.de )

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