Am 23. Juni eröffnete sich abends in der "Hollerei"-Galerie ein skulpturaler Dialog zwischen den Künstler-Brüdern Robert und Bernhard Comploj. Ergründet wurde dabei eines: die erotische Sinnlichkeit zweier Materialien, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
36 Grad und es wird noch heißer: Etwa im Galerie-Schauraum der "Hollerei". Dort geht es seit gestern Abend besonders heiß her. Die Künstler-Brüder Robert und Bernhard Comploj nutzen die offerierte Kunstfreiheit und treiben die Temperaturen dabei ins Unermessliche.
Eindeutig phallische Holzformen treffen auf subtil-erotische Glasornamentik: Während Bernhard Comploj in seinen – etwa phallischen – Holzskulpturen nämlich das Explizite mehrheitlich explizit nicht zu verschleiern versuchte, bedarf es bei Robert Complojs Glasarbeiten eines zweiten Blickes: Mit enormer Detailverliebtheit gestaltete er für die Ausstellung vom Barock inspirierte Vasen und sakral-anmutende Wandobjekte.
Dass sich unter die mehr oder minder venezianische Glasornamentik wiederkehrend eindeutig als solche zu erkennende Geschlechtsteile mischten – die sich in ihrer Explizitheit jeder Deutungsvielfalt verwehren – entgeht zumindest dem Auge aufmerksam Betrachtender keinesfalls. So stellte die gläserne Monstranz etwa keine geweihte Hostie zur Schau, sondern ergründet durch eine mit Präzision gestaltete Vulva gewissermaßen den tatsächlichen Ursprung der Welt.
Für anatomische Korrektheit sorgte die Eröffnungsrede des renommierten Gefäßchirurgen Afshin Assadian, ehe die „Hollerei“ mit einem kulinarischen Verwöhnprogramm aufwartete.
KUNSTTIPP
Zu sehen ist das skulpturale Doppel "Robert x Bernhard Comploj" noch bis 14. September 2026 in der "Hollerei" Galerie (15., Hollergasse 12).








