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Funkelnde Liebe: Schmuck als Liebesbeweis

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Monika Wogrolly

©Matt Observe

Angefangen mit Bürgermeisterketten, Seefahrerehrungen und Treuegelübden bis hin zum Liebesbeweis: Schmuck ist Ausdrucksmittel. Kommunikation. Ein Verlobungsring sagt mehr als tausend Worte. Schmuck stehe für Emotion, sagt Juwelier Hans Schullin, könne aber auch anders.

Schmuck kann viel sagen. Schmuckstücke bedeuten häufig Zugehörigkeit, Verbundenheit, Wertschätzung, Ehrerbietung oder sogar Liebe. Der Herr der Ringe – Juwelier Hans Schullin – blickt zurück auf Agnès Sorel, die im 15. Jahrhundert den Schmuck für Frauen eroberte, als sie das Gebot überging, nur Männer dürften Diamanten tragen.

Seit damals sind Edelsteine eng mit der Schönheit, Eleganz und Strahlkraft von Frauen verbunden. Maria von Burgund soll den ersten Diamantring zur Verlobung erhalten haben. Marilyn Monroe singt viel, viel später von den begehrten Edelsteinen als girls best friends. Ob Prinzessin oder Businessfrau, Diamanten geben ihre Trägerinnen als erfolgreich und begehrt zu erkennen. Schullin: „Schmuck löst Emotionen aus. Und versinnbildlicht Emotion.“ Im Folgenden sehen wir uns näher an, was Schmuck psychologisch verkörpern kann.

Identität

Schmuck sei von einer Person oft nicht wegzudenken und untrennbar mit ihr verwoben. Er werde direkt am Körper getragen, so der in Graz, Velden und Klagenfurt situierte Meister der Schmuckkunst Hans Schullin. Edles Geschmeide wirkt somit identitätsstiftend, steht für die Persönlichkeit, die sich dadurch in ihrem Wesen hervorhebt und durch individuellen Schmuck selbstbewusster und nach außen sichtbarer fühlt.

Schmuck sagt auch über das Wesen einer Person viel aus, ist nonverbale Kommunikation und hat Signalwirkung – kann aber, wenn er unpassend ist und sich mit seiner Trägerin „spießt“, durchaus irreführend wirken, weshalb es auch hier um die passende Chemie geht. Und darum, dass bei der Auswahl von Schmuck wie zu Beginn einer Liebesbeziehung buchstäblich der Funke überspringt.

Glück

Beim Kauf eines funkelnden Schmuckstücks oder einer wertigen edlen Uhr wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert; Glückshormone werden ausgeschüttet. Der Solitärring ist Schullin zufolge ausdrucksstark und unmissverständlich beglückend ein Geschenk zur Verlobung.

Wer kennt nicht die märchenhafte Szene, wenn die Ringschatulle auf Knien vor der Holden aufgeklappt und der Antrag gemacht wird. Der Solitär steht für Einzigartigkeit, Unvergänglichkeit und ein ewiges Versprechen. Für langjährige Partnerschaften eigne sich der Memoire, sagt Hans Schullin. Der Diamant verheißt Beständigkeit, Glanz und Robust­heit.

Versprechen

Andere Schmuckstücke als Ringe sind in der Aussagekraft zurückhaltender, weniger stark auf Bindung ausgerichtet, aber zeigen doch auch Freundschaft und Wertschätzung an. Viele tragen heute mehrere zarte Kettchen am Handgelenk.

Liebe

Herzchen, halbierter Schmuck, Eheringe, das alles sind zeitlose Liebessymbole. „Schmuck ist ein prototypischer Gegenstand, um eine Verbindung zu zeigen“, erklärt Schullin. Damit lässt sich Liebe gleichermaßen auslösen und festigen, ja besiegeln.

Fazit

Schmuck ist nicht nur eine Wertanlage, sondern ein funkelnder Weg, einem Menschen nonverbal Emotionen zu offenbaren. Wichtig ist, dass das Geschenk von Herzen kommt und nicht der Täuschung, Blendung oder Manipulation dient.

Wie oft ziehen sich enttäuschte Menschen den Ring, der für Liebe und Beständigkeit stand, verzweifelt wieder ab, weil er die Bedeutung verliert nach dem Betrug des Partners. Daher sollte Schmuck nur dann für Liebe stehen, wenn auch die Augen funkeln. Und das noch lange Zeit nach der ersten Verliebtheit und unabhängig von Endorphinen und von Schmetterlingen im Bauch.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 24/2026 erschienen.

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