Die Scheidungsanwältin hält wenig von 50:50 beim ersten Date. Für sie ist Gleichberechtigung nicht an einer geteilten Rechnung zu messen, solange strukturelle Ungleichheit fortbesteht.
Sie sind klar gegen 50:50 beim ersten Date. Warum?
Ich zahle beim ersten Date nicht. Punkt. Und das hat für mich nichts mit fehlender Emanzipation zu tun. Wir tragen nach wie vor die größeren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Risiken durch Kinder, Care-Arbeit und die vielen strukturellen Nachteile, die wir erleben. Deshalb finde ich es absurd, wenn Emanzipation daran gemessen wird, ob man beim ersten Date die Rechnung teilt. Hinter dieser Debatte steckt die Haltung: „Wenn du Gleichberechtigung willst, dann zahl auch.“ Ja gut, ich zahle dann beim ersten Date die Hälfte, wenn wir Frauen irgendwann tatsächlich gleichgestellt sind.

Steckbrief
Saskia Schlemmer
Saskia Schlemmer ist Familienanwältin, Bestsellerautorin und Lawfluencerin. Nach dem BWL-Studium studierte die Düsseldorferin Rechtswissenschaften und spezialisierte sich mit eigener Kanzlei auf Scheidungen und Eheverträge. Unter dem Namen „die.scheidungsanwältin“ thematisiert sie auf Instagram, TikTok und im Podcast „Schluss jetzt!“ Eheverträge, Unterhalt, Care-Arbeit und finanzielle Unabhängigkeit. Ihr Bestseller „Das Buch, das du vor deiner Hochzeit gelesen haben musst“ wurde zum feministischen Gegenentwurf romantischer Eheideale. Zuletzt erschien „Nimm dir endlich, was dir zusteht – und hör auf, dich dafür zu entschuldigen“, ein Aufruf zur Selbstermächtigung
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 25/2026 erschienen.







