Für Ernst Gödl ist John F. Kennedy seit Jahrzehnten eine prägende Figur. Mehrfach reiste er zu dessen Grab nach Arlington – aus Interesse an Politik, Geschichte und einem prägenden Schicksal.
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Sie waren gleich fünf Mal an Kennedys Grab. Warum?
Ich glaube, das ist sogar eine Untertreibung und ich war noch öfter dort. Es gibt ein paar Persönlichkeiten, die mich seit meiner Jugend interessieren. Benjamin Franklin zählt dazu. Ich war wegen ihm schon mindestens fünf Mal in Philadelphia. Ich liebe diese Stadt. Und eben John F. Kennedy. Er hat in den 1960er-Jahren weltweit für Aufsehen und Aufbruch gesorgt, das hat mich fasziniert, das ist eine besondere Kunst.
Immer wieder, wenn ich in den USA bin, fahre ich nach Washington, in dieses Zentrum der Weltpolitik. Ich bin ein Fan des SmithsonianMuseums, aber auch das Holocaust-Museum ist wirklich ergreifend. Es gehört für mich dazu, nach Arlington rauszufahren. Der Friedhof ist beeindruckend, Tausende weiße Kreuze auf einer Wiese. Es ist bedrückend und beängstigend, was Krieg auslöst.
JFK liegt hier neben Jackie Kennedy Onassis und seinem Sohn. Um sein Grab sind seine markantesten Sprüche eingraviert: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage, was du für dein Land tun kannst“. Das erste Mal war ich dort, als ich mit 20 mit Rucksack und wenig Geld mit Greyhound-Bussen durch die USA gefahren bin. Am Ende der Reise war ich auch in Dallas, weil ich sehen wollte, an welcher Stelle JFK ermordet wurde und wo sein Mörder Lee Harvey Oswald gestanden ist. Das Schicksal von JFK berührt mich.

Steckbrief
Ernst Gödl
Der Steirer wurde mit 23 Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs in seinem Heimatort Zwaring-Pöls. Er war damals mit einer eigenen Namensliste gegen die ÖVP angetreten. Von 2000 bis 2010 war er Landtagsabgeordneter in der Steiermark, von 2014 bis 2017 Mitglied des Bundesrats, seit der Wahl 2017 ist er im Parlament, seit 5. Mai ÖVP-Klubobmann. Gödl ist auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen, den er von 1995 bis 2013 selbst führte.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 27/2026 erschienen.
