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Herr Wess, wir haben da noch eine Frage

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Was verbindet Mannschaftssport mit der Strafverteidigung? Norbert Wess erklärt, warum Teamsport die Persönlichkeit prägt – und lehrt, mit Niederlagen ebenso umzugehen wie mit Erfolgen.

Sie wollten als Kind Fußballprofi werden. Was nimmt man vom Fußball mit in den Beruf als Strafverteidiger?

Ich war im Maturajahr an der HAK in Mödling ein halbes Jahr im erweiterten Kader des VfB Mödling – damals Bundesliga, Trainer war Hans Krankl. Nach vier Monaten hat Krankl mich zur Seite genommen und gefragt: „Zauberer, was machst du eigentlich, wenn du bei mir weiter keine Chance bekommst?“ Ich habe gesagt: vielleicht Jus studieren? Und er darauf: gute Idee!

Da war mir klar, dass es sportlich eng wird. Heute schaue ich bei Bewerbungen weniger auf Noten als darauf, ob jemand Teamsport gemacht hat. Mannschaftssport in der Jugend ist überhaupt das Beste: Du gewinnst und verlierst gemeinsam. Du trägst Verantwortung für Niederlagen, musst dich vor der Mannschaft rechtfertigen und weitermachen. Du schießt ein Siegestor und bist der Held, im nächsten Spiel bist du der, der es vielleicht verbockt. Das formt den Gemeinschaftssinn. In meinem Beruf arbeitet man fast nie allein, sondern im Team. Es gibt fast keinen Akt, den ich alleine bearbeite. Da sind Mannschaftssportler top. Auch privat ist Fußball ein Hobby, das meine Familie bereichert: Es ist ganz viel bewusste Auszeit mit meinen Töchtern, dann geht es sehr oft nur um Real Madrid.

© Matt Observe

Steckbrief

Norbert Wess

Beruf
Rechtsanwalt

Norbert Wess, 50, wuchs in Mödling auf und studierte Recht an der Universität Wien und der WU Wien. Als Strafverteidiger von Karl-Heinz Grasser, Sophie Karmasin und René Benko wurde er in der Öffentlichkeit bekannt. Der Fußballfan ist u. a. ständiges Mitglied im Komitee für Bestimmungen des Österreichischen Fußball-Bundes. Er ist verheiratet und Vater zweier Töchter.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 14/2026 erschienen.

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