Die österreichische Schriftstellerin Laura Freudenthaler ist mit dem Christine Lavant Preis 2026 ausgezeichnet worden. Rund 200 Gäste erlebten die Preisverleihung am 4. Oktober im Kasino am Schwarzenbergplatz des Wiener Burgtheaters. Die Matinee verband Literatur, Musik und Film zu einem 90 minütigen Programm.
Laura Freudenthaler zählt zu den profilierten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur. Am Sonntag wurde die 1984 in Salzburg geborene und in Wien lebende Autorin mit dem elften Christine Lavant Preis ausgezeichnet.
Rund 200 Besucher kamen zur Matinee und Preisverleihung ins Kasino des Burgtheaters. Auf dem Programm standen Lesungen mit Burgtheater Schauspielerin Franziska Hackl, Musik des Noreia String Quartet sowie ein Porträtfilm über die diesjährige Preisträgerin. Moderiert wurde die Matinee von Martin Traxl, Regie führte Julian Pölsler.
Unter den Gästen waren Staatssekretär Sepp Schellhorn, Maria Rauch-Kallat, Kelag Kommunikationschef Alexander Tarzi, Christine Lavant Preisträger Yevgeniy Breyger, Robert Huez vom Literaturhaus Wien, Fotokünstlerin Theres Cassini und Fotograf Ernst Peter Prokop. Auch Vertreter der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft rund um Präsident Hans Gasser und Protektor Hans Schmid nahmen an der Verleihung teil.
Jury würdigt Freudenthalers literarische Handschrift
Die Laudatio hielt Karin S. Wozonig, Mitglied des Literarischen Beirats und der Jury. Gemeinsam mit Manfred Müller, Gudrun Hamböck, Andreas Unterweger, Erich Klein und Alma Vallazza hatte sich die Jury für Laura Freudenthaler entschieden.
In ihrer Begründung hebt die Jury insbesondere Freudenthalers präzise und konzentrierte Sprache sowie ihren kritischen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen hervor. Ihre Literatur beschäftige sich mit Identität und Körpererfahrung, Erinnerung und Verlust, Klimakatastrophe, Machtverhältnissen und weiblicher Selbstbehauptung.
Dabei sieht die Jury Parallelen zum Werk Christine Lavants. Literatur werde bei beiden Autorinnen zum Ausdruck individueller Wahrnehmung und zugleich zum Instrument, um gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Von „Die Königin schweigt“ bis „Iris“
Freudenthaler debütierte 2014 mit dem Erzählband „Der Schädel von Madeleine“. Es folgten die Romane „Die Königin schweigt“ und „Geistergeschichte“. Für Letzteren erhielt sie 2019 den Literaturpreis der Europäischen Union.
2020 wurde Freudenthaler bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für „Der heißeste Sommer“ mit dem 3sat Preis ausgezeichnet. Zu ihren weiteren Auszeichnungen zählen unter anderem der manuskripte Preis, der Droste Förderpreis, der Buchpreis der Salzburger Wirtschaft, der Reinhard Priessnitz Preis, der Outstanding Artist Award für Literatur und der Anton Wildgans Preis.
Mit „Arson“ widmete sich Freudenthaler 2023 auch den Folgen der Klimakrise. Ihr jüngster Roman „Iris“ erschien 2026 im Verlag Jung und Jung, erreichte im März zum dritten Mal Platz eins der ORF Bestenliste und wurde für die Longlist des Österreichischen Buchpreises 2026 nominiert.
ORF III zeigt die Preisverleihung
Die gesamte Matinee und Verleihung wird zeitversetzt im Fernsehen ausgestrahlt. ORF III zeigt die Veranstaltung am Samstag, 17. Oktober 2026, um 9 Uhr.
Der Christine Lavant Preis wird von der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft vergeben. Die Auszeichnung erinnert an die Kärntner Schriftstellerin Christine Lavant und würdigt Autorinnen und Autoren, deren literarisches Schaffen in besonderer Weise mit ihrem Werk und dessen zentralen Themen korrespondiert.

