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Herr Riedl, wir haben da noch eine Frage

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©Anna Stöcher

Warum 300 Euro für eine Flasche Wein? Clemens Riedl erklärt, warum große Weine weit mehr sind als Luxus.

Warum sollte man für eine Flasche Wein 300 Euro ausgeben?

Weil manche Dinge mehr sind als ihr materieller Wert. Hinter einer großen Flasche stehen oft Jahrhunderte selektierter Lagen, gewachsene Kulturlandschaften mit handgebauten Terrassen, enorme Handarbeit im Weingarten und strenge Selektion im Keller. Viele dieser Weine entstehen in sehr kleinen Mengen und auf Böden, die sich nicht vermehren lassen. Der Ruf eines Weinguts wird meist über Jahrzehnte aufgebaut, manchmal über Generationen. Wenn sich ein Wein als außergewöhnlich herauskristallisiert, ist er weltweit gefragt, der Weinberg wächst aber nicht mit der Nachfrage. 300 Euro bezahlt man daher nicht nur für den Inhalt der Flasche, sondern für Herkunft, Handwerk, Zeit und für einen Moment, der bleibt, wenn man ihn getrunken hat. Einige meiner wertvollsten Erinnerungen beginnen mit dem Öffnen einer solchen Flasche.

Steckbrief

Clemens Riedl

Clemens Riedl, 54 ist Mitbegründer und Geschäftsführer des Premium Vintage Weinhandels „trinkreif“. Mit Markus Inzinger gründete er das Unternehmen 2015 mit dem Wunsch, im Gegensatz zu herkömmlichen Weinhändlern, perfekt gereifte Weine anzubieten. Der leidenschaftliche Kunstsammler pendelt zwischen Wien und Lech, wo er kürzlich das Weinkonzept für die Sandhof Weinbar und das Hotel Kristberg entwickelte. „trinkreif“ verfügt über ein Portfolio von knapp 50 Weingütern und importiert Weine von 25 Betrieben aus Frankreich, Italien, Spanien, den USA und Deutschland.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 18/2026 erschienen.

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