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Clemens J. Setz, wir haben da noch eine Frage

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Clemens J. Setz

©Matt Observe

Der Grazer Autor über Elfriede Jelinek, literarische Bewunderung und mythische Tiergottheiten.

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Was bedeutet Ihnen Elfriede Jelinek?

Sie ist eine der Punk-Bands meiner Jugend, die ich gern gehört habe. Sie ist aber keine Band und keine wirkliche Punk-Frau. Vielleicht war sie das mal in der Jugend. Dass sie Orgel studiert hat, ist doch ziemlich Punk. Ihr Roman „Die Kinder der Toten“ ist für mich ein Meisterwerk, das ich regelmäßig besuche. Auch „Lust“ habe ich vor Kurzem wieder mal gelesen. „Gier“ ist als spätes Meisterwerk zu nennen. Ich hoffe, dass ihr Roman „Neid“, den sie nur auf ihrer Homepage veröffentlicht hat, einmal gedruckt wird. Sie ist der missverstandenste Mensch, der auf Deutsch geschrieben hat. Kultur ist halt so. Aber wenn man sich ihre Werke ansieht, wird man Reichtümer darin finden.

Ich schätze sie nicht nur. Elfriede Jelinek ist eines meiner Mythic Beasts, also eine mythische Tiergottheit.

Steckbrief

Clemens J. Setz

geboren
15.11.1982
Geburtsort
Graz

Clemens J. Setz wurde am 15. November 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik und Germanistik studierte. Seine Romane und Erzählungen verschafften ihm 2021 den Büchner-Preis, 2023 den Österreichischen Buchpreis. Als Dramatiker war Setz 2017 und 2019 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

Sein aktueller Roman, „Mein Leben als Noiseband“ erschien im September bei Suhrkamp und ist Platz 1 der ORF-Bestenliste. Am 21. Oktober 2026 wurde ihm der Große Österreichischen Staatspreis verliehen. Setz ist mit der Schriftstellerin Sarah Wipauer, Bachmannpreisträgerin des Jahres 2019, verheiratet. Das Paar hat eine Tochter und lebt in Wien.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 43/2026 erschienen.

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