In „Mein Leben als Noiseband“ versammelt Clemens J. Setz Erzählungen über Figuren am Rand der Gesellschaft.
©SuhrkampSetz verbindet in seinem neuen Erzählband Alltag, Abgründiges und fantastische Verunsicherung. „Mein Leben als Noiseband“ zeigt den Grazer Autor als Meister der literarischen Verstörung.
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Väter stehen am Beginn und am Ende des 19 Erzählungen umfassenden Bands „Mein Leben als Noiseband“ von Clemens J. Setz. Vieles davon habe er selbst erlebt, doch alles sei verwandelt, stellt der 43-jährige gebürtige Grazer im Interview mit NEWS klar.
Er ist eine der interessantesten literarischen Stimmen der Gegenwart. Seine Erzählungen verblüffen, seine Romane überwältigen, seine jüngsten Erzählungen sind Meisterwerke virtuoser Verstörungskunst.
Erzählerische Brillanz
Mit erzählerischer Brillanz lässt Setz einander entgegengesetzte Welten miteinander verschmelzen. Den Auftakt gibt er mit einem jungen Paar in der Erzählung „Das Lesebändchen in der U-Bahn“, dass bei einer Fehlgeburt sein Kind verliert. Der Vater jedoch ist sich sicher, dass sein Sohn lebt. Nach Jahren erkennt er ihn in der Gestalt eines jungen Lesers in der U-Bahn.
Den Kreis schließt Setz in der Titelerzählung „Mein Leben als Noiseband“. Paul ist besessen davon als Noise-Musiker seine Texte mit Geräuschen in seinen Kompositionen zu verbinden und eine junge Frau namens Annika zu beeindrucken. Die beiden werden ein Paar und Eltern einer Tochter.
Clemens J. Setz
© Judith Stehlik / Suhrkamp VerlagSubtil lässt Setz mehrere Daseinsformen ineinander übergehen. Das Leben als sich quälender Künstler und als Vater der in der Liebe zu seiner Tochter aufgeht, und als einen Menschen, der unfähig ist, zu erkennen, welche Verbrechen sein künstlerischer Partner vor ihm verbirgt.
Mit Brillanz verblüfft Setz etwa, wenn er von einem Mann erzählt, der immer wieder dasselbe Damenmodengeschäft aufsucht, um ein bestimmtes Modell eines Cocktailkleids zu kaufen „Das Kleid“). Oder wie er auf sich selbst blickt („Der Mann im Beißanzug“): „Ich war sehr froh, nicht mehr der sich quälende, verschlossene Clemens Setz von früher zu sein, der mit den Büchern. Nein, ich war jetzt der Mann im Beißanzug.“ Eine Metapher, die sich auf seine Texte ummünzen lässt.
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