Ab 23. Juni trifft in der HOLLEREI Galerie im 15. Wiener Gemeindebezirk Robert Complojs Glaskunst auf Holzarbeiten von Bernhard Comploj. Ein künstlerischer Dialog zwischen Brüdern, der Gegensätze auslotet und in erotischer Sinnlichkeit Konsens findet.
Zwei Brüder, zwei Materialien, ein Thema: Robert Comploj ist gelernter Tischler, der sich den fragilen Werkstoff Glas im autodidaktischen Studium in New York, London und Koppenhagen erschließt. Die Kunst ist – von Künstlerkooperationen wie etwa mit Thomas Schönauer oder Hubert Schmalix abgesehen – dabei seit jeher immanent: Neben klassischer Tableware beginnt er früh mit eigenen skulpturalen Designs. Der formale Ausdruck seiner Glasplastiken basiert auf dem Einfangen kurzer, energetischer Momentaufnahmen wie etwa dem Aufprall und des Zurückfederns eines Wassertropfens oder der Dekonstruktion statischer, geometrischer Objekte.


In einem meditativen Schaffensprozess rückt Robert Comploj die Transformation des Werkstoffes Glas in den Mittelpunkt.
© Pilar SchacherDie jüngsten Arbeiten des gebürtigen Tirolers, der sein Kunsthandwerk paradoxerweise jenem der Bildhauerei zuschreibt, gleichen der Rückkehr zur Haushaltsware: Von der organischen, sinnlichen Ästhetik des Barock inspiriert, assoziiert man Complojs Vasen auf den ersten Blick mit venezianischer Finesse. Erst der zweite, aufmerksame Blick enttarnt die fragile Ornamentik als explizit-erotische Aussage – was floral anmutet, ist bei genauer Auseinandersetzung das weibliche Geschlecht. Seine Kontextualisierung führt die Vase auf pointierte Art zurück zu ihrer ursprünglichen Ikonografie: einem symbolischen Sinnbild von Schönheit und Weiblichkeit.


Mit der Motorsäge lotet Bernhard Comploj die Sinnlichkeit des Werkstoffes Holz aus.
© beigestellt, Bernhard ComplojAb 23. Juni tritt Complojs gläserne Sinnlichkeit erstmals in Resonanz mit der künstlerischen Arbeit seines Bruders Bernhard Comploj. Seit 15 Jahren ergründet dieser in einem geradezu widersprüchlich-brachialen Schaffensprozess – zunächst mit der Motorsäge – und mit tiefgründig-humoristischem Zugang die erotische Seite des Werkstoffes Holz. Eine Ausstellungspremiere!
Zu sehen ist dieser brüderlich-künstlerische Dialog in der HOLLEREI Galerie (15., Hollergasse 9) – einem Ort, der ohne Einschränkungen und regulierende Eingriffe der Kunst das bietet, worauf sie begründet: Freiheit.






