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Rainer Nowak: „Kooperation über Markengrenzen hinweg ist das Gebot der Stunde“

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Rainer Nowak

©First Look, APA-Images, Hans Leitner

Der „Presse“-Geschäftsführer über die Konsolidierung der Medienbranche, seine neue Rolle als VÖZ-Präsident, den ORF und den Wechsel vom Journalismus ins Management.

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1. Sie haben bei Vorarlberger Nachrichten (VN) und Tiroler Tageszeitung (TT) begonnen: Wie beurteilen Sie die Fusion ihrer beiden Großverlage im Westen?

Möge sie beginnen, die Konsolidierung unserer Branche. Konkret bin ich optimistisch, da Eugen Russ wie kein anderer weiß, was zu tun ist.

2. In Ihrem Haus übernimmt die Kleine Zeitung immer mehr Artikel von der Presse: Warum ist das „alternativlos“?

Weil die sinnvolle Zusammenarbeit über Markengrenzen hinweg das Gebot der Stunde ist und die Normalität der Zukunft sein wird.

3. Von der Presse zur Krone und zurück: Bitte um positivstes Learning und negativste Erfahrung dieser Kurz-Odyssee!

Statt Odyssee bezahlter Abenteuerurlaub. Positiv: hoch kompetente smarte Kollegen. Negativ: Dünkel von außen. Dabei wollen alle dort rein.

4. Vom Chefredakteur zum Auch- und Nur-Geschäftsführer: Wie sehr vermissen Sie operativen Journalismus?

Täglich sehr. Doch von tagesaktueller Hysterie zu langfristiger Entscheidungsmöglichkeit zu wechseln, ist interessanter als Ösi-Journalismus.

Der ORF signalisiert, vom hohen Küniglberg zu steigen und mit uns auf Augenhöhe zu verhandeln

Rainer Nowak

5. Sie haben die Talk-Reihe „Meisterklasse“ mit Serbien-Präsident Vučić gestartet. Wie geht sie weiter?

Mit Sponsor und neuen Gesprächspartnern. Ich habe da noch Luft nach oben.

6. Sie wurden vor zwei Monaten überraschend Präsident des Zei- tungsverbands VÖZ: Ihr vordringliches Ziel?

Der Branche als Lobbyist mit meinen Kontakten und Hebeln zu helfen, sich zu konsolidieren und die künftige Finanzierung abzusichern.

7. Wie werden Sie sich, Presse und VÖZ beim Zukunftsforum zur ORF-Reform in einer Woche einbringen?

Unsere Position, die einfach lautet: Fairness für den gesamten Medienstandort, nicht nur wenige, auf die der Staat besonders gerne schielt.

8. Koexistenz? Kooperation? Kollaboration? Welche Chancen gibt es dafür mit dem Markt-Dominator ORF?

Kollaboration nicht. Der ORF signalisiert, vom hohen Küniglberg zu steigen und mit uns auf Augenhöhe zu verhandeln. Das ist ein guter Start.

Steckbrief

Rainer Nowak

geboren
25.11.1972

Rainer Nowaks Karriere begann Mitte der 1990er-Jahre bei Die Presse, wo er rasch wachsende redaktionelle Verantwortung übernahm – etwa als Leiter des Wien-Ressorts und später als Chef des Innenpolitik-Ressorts. 2012 wurde Nowak zum Chefredakteur ernannt, wenig später wurde er Herausgeber, und ab 2017 übernahm er zusätzlich die Geschäftsführung.

Gemeinsam wurden Herwig Langanger und Rainer Nowak 2021 vom Branchenmagazin Österreichs Journalist:in als „Medienmanager des Jahres“ ausgezeichnet. Nach einer zweijährigen Zwischenstation bei der Kronen Zeitung, wo er das Ressort Politik und Wirtschaft leitete, kehrte er mit Juli 2025 als Vorsitzender der Geschäftsführung zur Tageszeitung Die Presse zurück. Seit Juni 2026 ist er aauch Präsident des Zeitungsverbands VÖZ.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 36/2026 erschienen.

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