Als ehemaliger ProSiebenSat.1-COO spricht Markus Breitenecker über seinen Abschied, die ORF-Generalwahl und die Zukunft des europäischen Streaming-Marktes. Er fordert gemeinsame paneuropäische Projekte.
1. Nach Ihrer Bewerbung als ORF-General wurde es still um Sie. Womit beschäftigen Sie sich aktuell?
Beruflich mit Projekten in Deutschland und Österreich.
2. Sie haben die ORF-Wahl nie kommentiert. Könnten sie es bitte hier nun tun? Falls nein, warum nicht?
Kein Kommentar ist vielleicht besser, da ich mich lieber mit der Zukunft beschäftige; aber ich gratuliere Clemens Pig zur Bestellung.
3. COO von ProSiebenSat.1 oder Chef von Puls 4/ATV: Welcher Job war warum die größere Herausforderung?
Gründung von Puls 4 und Joyn war unternehmerische Aufgabe, COO in Deutschland Konzern-Transformation vom Broadcaster zur Streaming-Company.
4. Ihr Kapern von ARD+ZDF für Joyn brachte viele Feinde. Nun geht ZDF selbst drauf. Große Befriedigung?
Ja, denn Joyn ist eine schöne Erfolgsstory.
5. Was hat Sie bewegt, als einer von 200 Experten an Andreas Bablers ORF-Zukunftsforum teilzunehmen?
Interesse am Medienstandort.
6. Welche Chancen geben sie einem Austro-Streamer mit Privaten und ORF gegen die (globalen) Giganten?
Joyn ist bereits der Austro-Streamer. Dazu sollte es einen pan-europäischen Streamer der EBU-Sender geben, zusammen mit den Privaten.
7. Sky/ITV, RTL/Sky, MFE/Joyn: Europäer fusionieren vs. Ami-Streamer. Warum ist es dafür nicht zu spät?
Es ist schon sehr spät, noch dazu, wo wir nach der Streaming-Welle auch die AI-Welle in Europa verschlafen.
8. Dank 3,2 Mio. € Abfindung müssten Sie nie mehr arbeiten, sind aber zu jung dazu. Was haben Sie vor?
Ich möchte mich für pan-europäische Projekte engagieren.
Steckbrief
Markus Breitenecker
Markus Breitenecker wurde 1996 Geschäftsführer des Wetterkanals und 1998 des neuen ProSieben Austria. Nach Ausbau zur Sendergruppe rund um Puls 4 und ATV 2024 wurde er 2024 COO des Mutterkonzerns ProSiebenSat.1 und verließ ihn 2025 nach dessen Übernahme durch die Berlusconis
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 40/2025 erschienen.
