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US-Onlinepionier Salon stellt nach 31 Jahren das Erscheinen ein

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Laptop mit Nachrichtenseiten, daneben Zeitungen und Kaffee
Foto:©Anna Keibalo, Pexels

Salon war eines der ersten Magazine, das nur im Internet erschien. Jetzt verabschiedet sich die Redaktion von ihrem Publikum. Welche Begründung sie nennt und welche Zahlen zeigen, wie schwer es Onlinemedien inzwischen haben.

News auf Google bevorzugen

Das US-Onlinemagazin Salon hat am 5. November sein Erscheinen eingestellt. In einer Abschiedsmitteilung an die Leserinnen und Leser schreibt die Redaktion, man habe nach sorgfältiger Abwägung die schwierige Entscheidung getroffen, dass das Publikationsmodell nicht mehr tragfähig sei. Die wirtschaftlichen Bedingungen für unabhängigen Digitaljournalismus hätten sich über die Jahre grundlegend verändert.

Konkrete Zahlen zu Umsatz, Reichweite oder Werbeeinnahmen nennt Salon nicht. Offen bleibt auch, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sind und was mit dem Archiv aus mehr als drei Jahrzehnten geschieht. „Salon war nie nur eine Website. Es war eine Idee davon, was Journalismus sein kann“, heißt es in dem Abschiedstext.

Was Salon für das Netz bedeutete

Salon ging im November 1995 online, gegründet von einer Gruppe um den früheren Ressortleiter des „San Francisco Examiner“, David Talbot. Damit gehörte das Magazin zu den ersten Publikationen, die ausschließlich im Netz erschienen und eigene Recherchen, Essays und Kulturkritik für ein Onlinepublikum produzierten. Das US-Magazin „Time“ kürte Salon in den Anfangsjahren zur Website des Jahres.

Wirtschaftlich war der Weg schwierig. Die börsennotierte Salon Media Group verkaufte 2019 im Wesentlichen ihr gesamtes Geschäft an die Salon.com LLC. Der Kaufpreis betrug laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC insgesamt fünf Millionen Dollar, der Großteil davon als Schuldschein in Raten, dazu eine mögliche erfolgsabhängige Zahlung von bis zu 500.000 Dollar.

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Laptop mit Nachrichtenseiten, daneben Zeitungen und Kaffee
 © Anna Keibalo, Pexels

Warum es Onlinemedien schwerer haben

Salon nennt keine einzelne Ursache. Die Zahlen aus der Branche zeigen aber, unter welchem Druck Nachrichtenseiten stehen. Laut dem Ausblick des Reuters Institute an der Universität Oxford sanken die Besuche über die Google-Suche auf mehr als 2.500 Nachrichtenseiten binnen eines Jahres um 33 Prozent, jene über Google Discover um 21 Prozent. Die befragten Medienmanagerinnen und Medienmanager erwarten für die kommenden drei Jahre ein weiteres Minus von 43 Prozent beim Suchverkehr.

Dazu kommen KI-Zusammenfassungen in den Suchergebnissen. Eine Auswertung des Pew Research Center zeigte, dass Nutzerinnen und Nutzer nur bei 8 Prozent der Suchen auf einen klassischen Link klickten, wenn eine KI-Übersicht erschien, ohne sie waren es 15 Prozent. Laut dem Digital News Report 2026 haben soziale Netzwerke und Videoplattformen mit 54 Prozent erstmals Nachrichtenseiten und Apps mit 51 Prozent als wichtigsten Zugang zu Nachrichten überholt. Für Onlinenachrichten zahlen in den untersuchten 20 Ländern nur 17 Prozent.

Quellen

Salon: Goodbye from Salon (5. November 2026)

U.S. Securities and Exchange Commission: Salon Media Group, Form 8-K (5. September 2019)

Reuters Institute for the Study of Journalism: Digital News Report 2026, Executive summary (16. Juni 2026)

University of Oxford, Department of Politics and International Relations: News publishers expect search traffic to fall more than 40% over next three years (13. Jänner 2026)

Pew Research Center: Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results (22. Juli 2025)

Weitere Quelle: TheWrap: Salon, Pioneering Digital News Website, Shutters After 31 Years (5. November 2026)

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