Sven Regener
©APA-Images, dpa, Britta Pedersen25 Jahre nach dem Millionenerfolg seines Romans „Herr Lehmann!“ blickt der Element-of-Crime-Sänger in „Frankie und Freddie“ in die Vergangenheit seiner legendären Figur zurück.
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Für die Generation 1960 plus schuf Sven Regener 2001 eine Figur, mit der sich jeder identifizieren konnte. Der titelgebende Barmann Frank Lehmann, wie sein Autor Anfang der 1960er-Jahre in Bremen geboren, zieht nach West-Berlin und kämpft sich durch den Dreck der Großstadt.
Als am 9. November 1989 die Mauer fällt, nimmt er das gelassen zur Kenntnis und macht sich auf den Weg, um das historische Ereignis mitzuerleben. Leander Haußmann hat den Roman 2001 mit Christian Ulmen verfilmt.
Wie alles begann
In seinem jüngsten Roman erzählt Regener, wie Lehmanns Geschichte in Berlin begann. Sein älterer Bruder Manfred, Freddie genannt, ein aufstrebender Künstler, will in New York Karriere machen. Da ihm für die Reise das Geld fehlt, stellt er sich als Proband für Psychopharmaka zur Verfügung. Er überlässt seinem Bruder seinen alten Opel Kadett und sein Zimmer in der Berliner WG.
Am Tag vor dem Heiligen Abend 1980 läuft sein Vertrag als Versuchsobjekt aus. Doch die Medikamente bleiben nicht ohne Nachwirkung. Was Frank, Freddie und deren Mitbewohner an diesem 23. Dezember erleben, schildert Regener als packendes literarisches Roadmovie durch ein Berlin, das es so längst nicht mehr gibt.
Melancholischer Begleitsound
Regener, Kopf der Band „Element of Crime“, unterlegt das Geschehen mit einem melancholischen Begleitsound. Die Farben des Himmels sind Gelb und Grau, die Luft ist dreckig, der Smog und der Geruch von Braunkohle illustrieren den Schmerz der beiden Brüder über die Ungewissheiten im Leben.
Auch wer Regeners Vorgängerromane über den Herrn Lehmann nicht kennt, wird sich dem Sog der Geschichte kaum entziehen können.
„Susanne Zobls beste Seiten“
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Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 37/2026 erschienen.
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