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Leseempfehlungen April 2026 – Die besten Neuerscheinungen

Aktualisiert
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Dass heute, am 23. April, der „Welttag des Buches“ proklamiert wird, ist Ihnen sehr wahrscheinlich nicht entgangen. Damit aus diesem Datum mehr als nur ein Tag des Lesens wird, möchte ich Ihnen von meinen jüngsten erhellendsten und aufregendsten Lektüreerlebnissen berichten.

„Stunden wie Tage“ von Shelly Kupferberg ist da besonders hervorzuheben. Sie lässt sich von der Realhistorie inspirieren. In ihrem Roman verknüpft sie zwei Leben: das der Berliner Hausbesorgerin Martha und das der Widerstandskämpferin Liane Berkowitz, Tochter von Marthas jüdischen Arbeitgebern.

Wie die Gefahr von Rechts heute wirkt, schildert der Regisseur und Theatermacher Nuran David Calis in seinem autobiographischen Roman „Rausch“. Eine der vergnüglichsten Begegnungen mit Literatur verdanke ich Benjamin von Stuckrad-Barre. In seinem Glossar „Udo Fröhliche“ legt er eine furiose Hommage in 60 Kurzgeschichten zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg am 17. Mai vor.

Auch das jüngste Lesepublikum darf nicht zu kurz kommen. Der Insel Verlag setzt seine Reihe über bekannte Persönlichkeiten mit Bänden über Steven Spielberg, Harry Styles und als ideale Vorbereitung zur Fußball-WM, Christiano Ronaldo fort. Homers „Odyssee“ lässt sich als Comic entdecken und Gedichte von Astrid Lindgren entziehen sich jeder Alterseinschränkung.

Sie wollen uns erzählen: Roman

Sie wollen uns erzählen: Roman

Zsolnay-Verlag

Die Bachmannpreisträgerin des Jahres 2019 schildert eine außergewöhnliche Mutter-Sohn-Beziehung. Der kleine Oswald Haag, von allen Ozzy, genannt, kommt nicht darüber hinweg, dass er sich am Tod des Schulkaninchens schuldig gemacht hat. Er will seiner Mutter erzählen, wie es dazu gekommen ist. Aber er leidet an ADHS und seine Mutter an Neurodivergenz. Sublim schildert Birgit Birnbacher, wie der Neunjährige und seine Mutter zu kommunizieren versuchen. Doch dann verschwindet die Großmutter, und Ann vertraut Ozzy ihrer Schwester an. Die nimmt das Kind in ihr Haus im Waldviertel, und Ozzy ergreift die Flucht. Der Roman beginnt mit der liebevollen Schilderung einer Mutter-Sohn-Beziehung und kippt in einen Thriller von nervenaufreibender Intensität, die an Hitchcocks Meisterschaft erinnert. Eines der Atouts des Romans ist die stringente Art des Erzählens. Hier fehlt nichts zum herausragenden literarischen Resultat.

EUR 24,00
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Udo Fröhliche: Alles über Udo Lindenberg - von Alkohol bis Zigarre

Udo Fröhliche: Alles über Udo Lindenberg - von Alkohol bis Zigarre

Benjamin von Stuckrad-Barres Ruf als Deutschlands konkurrenzloser Repräsentant der Popliteratur manifestiert sich in dieser Neuerscheinung zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg am 17. Mai. In 60 Kurzgeschichten führt Stuckrad-Barre mit Schlüsselbegriffen wie Alkohol, Entenhausen oder Zigarre liebevoll durch den Kosmos seines Idols und Freunds. Speziell wahrnehmungswürdig: wie Freddy Quinns Schlager Udos Kindheit prägten und Fernweh erzeugten, wie eine Hutmanufaktur im bayrische Örtchen Lindenberg vom Unsterblichen profitiert und wie er sich dem familiären „Das geht nicht“ entzog. Höchst amüsant.

EUR 14,99
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Rausch: Roman

Rausch: Roman

Wie sein Autor wächst Ufuk als Sohn von Migranten in Bielefeld auf. Er lernt, mit Rassismus umzugehen, wird Regisseur und verwebt in Homers „Odyssee“ Selbsterlebtes. Er ist die zentrale Gestalt in Nuran David Calis' autobiographisch gefärbtem Roman. Calis wurde als Sohn eines armenischen Vaters und einer jüdischen Mutter, die aus der Türkei nach Deutschland emigrierten, 1976 in Bielefeld geboren. 2006 inszenierte er "Die Räuber" von Friedrich Schiller als eine Art blutige Rap-Show am Wiener Volkstheater. Heute zählt er zu den gefragten Regisseuren. Seit Beginn der Spielzeit 2025/26 ist er Schauspieldirektor am Salzburger Landestheater. Mit seinem Alter Ego Ufuk demonstriert er hohes Potenzial als Erzähler. Ein Roman mit Sogwirkung.

EUR 18,99
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Stunden wie Tage

Stunden wie Tage

Diogenes Verlag AG

Mit dem Namen Kupferberg verbinden die meisten Schaumwein aus Deutschland. Seit dem Erscheinen von "Isidor" ist dieser Name über die Grenzen Deutschlands mit der Autorin Shelly Kupferberg verbunden. Die Radiomoderatorin dokumentierte packend das Leben ihres Wiener Uronkels, der es in der Monarchie zum hohen Beamten brachte und von den Nazis ermordet wurde. In ihrem Roman "Stunden wie Tage" lässt sie die Biographien zweier Frauen zur Literatur werden. das der Berliner Hausbesorgerin Martha und das der Widerstandskämpferin Liane Berkowitz, Tochter von Marthas jüdischen Arbeitgebern. Martha, eine fromme Katholikin, lavierte sich mit Nichtauffallen durch die Zeit des Unsagbaren und konnte so sogar das Eigentum der jüdischen Hausbesitzer retten, nicht aber deren Kind. Ein denkwürdiger Roman über die Arten des Widerstands.

EUR 25,00
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