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30 bis 40 Prozent Aufschlag und mehr: Winzer gehen gegen die Weinpreise in Lokalen vor

Zwei bekannte Winzer aus dem Piemont halten die Aufschläge auf Wein in Restaurants für zu hoch. Zehn Prozent wären aus ihrer Sicht angemessen. Mit einer Aktion in Asti wollen sie zeigen, dass es anders geht, denn in Italien wird immer weniger Wein getrunken.

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©Unsplash, Terry Vlisidis
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Zwei bekannte Winzer aus dem Piemont haben den Weinpreisen in der Gastronomie den Kampf angesagt. Luca Ferraris, Produzent des Rotweins Ruchè aus Castagnole Monferrato, und Stefano Chiarlo vom Weingut Michele Chiarlo kritisieren Aufschläge von 30 bis 40 Prozent oder mehr, die Restaurants laut den Winzern auf Wein verlangen. Angemessen wären aus Sicht von Ferraris rund zehn Prozent.

Die beiden befürchten, dass hohe Preise auf der Weinkarte vor allem junge Gäste vom Wein fernhalten. Gemeinsam mit einem Restaurant in Asti wollen sie zeigen, dass es auch günstiger geht.

Glas ab 4,50 Euro: So funktioniert die Aktion in Asti

Die Aktion trägt den Namen „Invito al vino“, Einladung zum Wein, und läuft im Restaurant Il Podestà in Asti. Ausgewählte Weine der beiden Produzenten und weiterer Winzer der Region werden dort für rund 40 Tage zu gedeckelten Preisen angeboten, glas- und flaschenweise. Auf der Karte stehen unter anderem Alta Langa, Gavi, Barbera d'Asti, Ruchè und Nizza.

Ein Glas kostet zwischen 4,50 und 6,50 Euro, eine Flasche zwischen 16 und 30 Euro. Die Idee stammt von Wirt Bruno Violato, früher Präsident des Gastronomenverbands von Asti. Er habe in letzter Zeit eine gewisse Distanz der Gäste zum Wein bemerkt, begründete er die Initiative.

Warum die Winzer die Wirte in die Pflicht nehmen

Ferraris sieht das Problem weniger beim Wein selbst als bei der Kalkulation. Am stärksten wiege beim Endpreis heute der Handels- und Werbeanteil, sagte er. Was einst Wert geschaffen habe, drohe nun zum Bumerang zu werden, der den durchschnittlichen Konsumenten vertreibe.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die jungen Generationen die Verbindung zu einem der wichtigsten Schätze unserer Region verlieren“, so Ferraris. Chiarlo betont: „Der Wein muss wieder zu einem Genuss werden, den man teilt und versteht.“

Italien trinkt immer weniger Wein

Hinter der Aktion steht ein Trend, der der gesamten Branche Sorgen macht. Der Pro-Kopf-Konsum von Wein in Italien ist laut einer Studie der Mediobanca von 38 Litern im Jahr 2022 auf 35,6 Liter im Jahr 2025 gesunken. Zusätzlich belasten US-Zölle den Export, die USA sind einer der wichtigsten Absatzmärkte für italienischen Wein.

In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Wein sank laut Statistik Austria im Wirtschaftsjahr 2024/25 um einen halben Liter auf 25,5 Liter. Im Gastronomie-Großhandel ging der Weinabsatz von Jänner bis September 2025 laut Österreich Wein Marketing um 4,6 Prozent zurück, wie news.at berichtete.

Was in den Preis auf der Weinkarte einfließt

Wie viel ein Lokal auf den Einkaufspreis aufschlägt, legt jeder Betrieb selbst fest. Mit dem Aufschlag finanzieren Restaurants nicht nur den Wein selbst, sondern auch Service, Gläser, Kühlung, Lagerung und Personal. Auf welche Basis sich die von den Winzern genannten 30 bis 40 Prozent beziehen, etwa auf den Ab-Hof-Preis oder den Großhandelspreis, geht aus ihren Aussagen nicht hervor.

Für die Winzer ist die Rechnung trotzdem klar: Ein moderater Preis im Lokal bringe mehr Gäste dazu, wieder ein Glas oder eine Flasche zu bestellen. Ob andere Betriebe dem Beispiel aus Asti folgen, ist offen.

Quellen

Area Studi Mediobanca: Il settore vinicolo in Italia: vendite in calo, mercato più selettivo (20.05.2026)

Statistik Austria: Versorgungsbilanz pflanzliche Produktion 2024/25 (30.04.2026)

Quelle: APA

Weitere Quellen: La Voce di Asti (30.10.2026), La Nuova Provincia di Asti (30.10.2026)

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