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Die 10 größten Wein-Irrtümer

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©Pexels / Pavel Danilyuk

Vom „French Paradox“ über die angebliche Trinktemperatur bis zu Kork und Terroir: Rund um Wein halten sich hartnäckige Mythen. Zehn Irrtümer, die selbst erfahrene Genießer kennen sollten.

Eine jahrtausendealte Genusskultur führt zwangsläufig zu einer Menge Legenden, Mythen oder schlichtweg banalem Unsinn. Und weil sich viele Menschen beim Genuss von Wein dazu bemüßigt fühlen, weise Dinge von sich zu geben, leben viele der Mythen und Legenden, aber auch viel vom Unsinn fort.

1. The French Paradox

1981 stellen französische Wissenschafter fest, dass Franzosen, die rauchten und fette Nahrung zu sich nahmen, seltener an Herzinfarkt sterben, als das Einwohner anderer Länder tun. 1992 wurde diese Studie dann im US-Fernsehen vorgestellt und damit erklärt, dass Franzosen Rotwein trinken. Die Rotwein-Verkäufe schossen um 40 Prozent in die Höhe. Leider stellte sich heraus, dass die Studie vor Fehlern und Fehlschlüssen nur so strotzte. Und dass das gesunde Leben der Mittelmeerbewohner nur bedingt mit Wein, sondern mit Ernährung und entspannter Lebensweise zu tun hat.

2. Die Terroir-Legende

Ja, es gibt Weine, denen erkennt man ihre spezielle Lage und die Tradition ihrer Herstellung an. Bei Weinen, die computergesteuert und mit Hilfe von Reinzuchthefen vergären, die in Edelstahltanks reifen und vor der Abfüllung filtriert werden – also die allermeisten Weine der Welt – ist das allerdings sehr schwer.

3. Je älter, desto besser

Ein kaum aus der Welt zu schaffender Glaube besagt, dass Wein mit dem Alter besser werde. Nein. Etwa 99,5 Prozent aller Weine sind zum Zeitpunkt ihres Verkaufs am besten, werden dann nur älter, nicht aber besser.

4. Bio-Weingärten werden nicht gespritzt

Österreich ist im weltweiten Vergleich einer der Vorreiter des biologischen Weinbaus, und das ist super: keine chemische Unkrautvernichtung oder Düngung, keine systemischen Spritzmittel, kein Gift gegen Insekten.

Aber: Gespritzt werden auch Bio-Weingärten, etwa Schwefel gegen Mehltau, Kupferpräparate gegen Falschen Mehltau (max. drei Kilo/ha).

5. Rotwein mit Zimmertemperatur

Die gute, alte Mär, dass Rotwein warm getrunken werden sollte. Nein. Die Regel mit der „Zimmertemperatur“ stammt noch aus Zeiten, als man Rotwein in ungeheizten Schlössern trank. Je wärmer der Wein, desto vordergründiger der Alkohol, desto überdeckter die feinen Aromen. Ideale Trinktemperatur für heutige Rotweine: ca. 14° bei leichten, 15° bei kräftigen, 18° bei schweren Rotweinen.

6. Kork lässt den Wein atmen

Klar, das „Plopp“ ist ein charmantes Ritual, auf das viele nicht verzichten wollen und außerdem ist Kork ein Naturmaterial. Was Kork aber nicht ist, ist luftdurchlässig. Dann wäre der Wein nämlich recht bald hinüber. Kork schließt eine Flasche also genauso dicht ab wie ein Schraubverschluss oder ein Kronkorken. Für die Reifung in der Flasche reicht der dort vorhandene Sauerstoff.

7. Weißwein zu Fisch, Rotwein zu Fleisch

Eine Legende, die in Haushaltsschulen gelehrt wurde. Und die Unsinn ist. Getrunken werden soll, was passt. Das ist zu kräftigen Fischgerichten gerne auch ein Roter und zu Steak – Aha-Erlebnis für die meisten – schwerer Weißwein.

8. Besserer Geschmack im langstieligen Glas

Wem Ritualisierung und Zelebration wichtig sind, dann ja. Tatsächlich sind dem Wein und der Zunge die Länge des Stiels eines Weinglases völlig egal. Es zählen Wandstärke und Form des Rands.

9. Jeder Margaux 1982 ist echt

Das würde all die chinesischen Milliardäre und andere Statussammler, die in ihren Kellern mehr von dem legendären Bordeaux liegen haben, als je gekeltert wurde, natürlich freuen. Tatsächlich werden seltene und teure Kult-Weine längst genauso gefälscht wie Vuitton-Taschen.

10. Wein auf Bier

Ist nicht besser oder schlechter oder verträglicher als Bier auf Wein. Kopfweh droht, wenn es insgesamt zu viel Alkohol war.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 33+34/2026 erschienen.

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