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Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist für die Umsetzung der entsprechenden Verordnung durchs Sozialministerium zuständig. Laut den politisch Verantwortlichen prüft das AMS vor der Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung, ob die offene Stelle mit einer beim AMS vorgemerkten oder bereits am Arbeitsmarkt integrierten Arbeitskraft besetzt werden kann. Darüber hinaus müssen die geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten und eine ortsübliche Unterkunft für die Dauer der Beschäftigung nachgewiesen werden, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP), Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn.
Da das bundesweite Kontingent heuer im Juli nur zu 63,4 Prozent ausgelastet war, wurde die Schwelle für eine automatische Verlängerung - 75 Prozent - unterschritten und das Kontingent war neu zu verhandeln und zu erlassen. Das nunmehrige fällt um knapp 22 Prozent geringer aus. "Wir haben bei der Ausnutzung der Saisonkontingente 2025 gesehen, dass die Betriebe sehr verantwortungsvoll mit den Kontingenten umgegangen sind und diese nur nach ihrem tatsächlichen Personalbedarf genutzt haben. Dies wird auch in Zukunft so sein", hieß es von Susanne Kraus-Winkler, Tourismus- und Freizeitwirtschaft-Obfrau in der Wirtschaftskammer (WKÖ), am Freitag zum Kontingent für 2027 und 2028.
"Unser Ziel ist ein Arbeitsmarkt, der Chancen für Menschen schafft und gleichzeitig auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Betriebe eingeht", so Schumann. "Unsere Tourismusbetriebe brauchen Planungssicherheit, um sich rechtzeitig auf die Winter- und Sommersaison vorbereiten zu können", hieß es von Hattmannsdorfer. "Die Saison beginnt nicht erst, wenn der erste Gast eincheckt, sondern Monate davor, wenn Mitarbeiter gesucht werden und der Betrieb vorbereitet wird", so Schellhorn.
Die Westbalkanstaaten, für die es das Zusatzkontingent gibt, umfassen Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Von den drei Regierungsparteien hieß es in deren Aussendung noch: "Mit der gemeinsamen Vorgehensweise verfolgen die drei Ressorts das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Österreich zu sichern, den Betrieben verlässliche Rahmenbedingungen zu bieten und zugleich die Interessen der Beschäftigten zu wahren."
Kraus-Winkler hatte im Oktober moniert, dass die Gespräche zum neuen Kontingent mit Maßnahmen beim Insolvenzentgeltfonds (IEF) junktimiert seien. Über dessen Finanzierung herrscht angesichts einer massiven Finanzierungslücke ein politisches Tauziehen. Das Vehikel dient der Befriedigung von Arbeitnehmeransprüchen, wenn ein Arbeitgeber Insolvenz anmeldet. Unter der Ägide des ehemaligen ÖVP-Ministers und nunmehrigen Notenbankgouverneurs Martin Kocher waren die Beitragssätze auf 0,1 Prozent gesenkt worden, doch zuletzt kam auch der Rechnungshof zum Schluss, dass eine Erhöhung erforderlich werde. Hierbei allerdings dauerten die Verhandlungen im Gegensatz zum Tourismuskontingent weiter an, besagten APA-Informationen vom Freitag.
