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Netzentgelte für Strom sinken 2027 im Großteil Österreichs

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++ ARCHIVBILD ++ Wer das Stromnetz stärker belastet, zahlt künftig höhere Netzgebühren
©JAN WOITAS, APA, dpa
Haushaltskunden zahlen ab nächstem Jahr im Durchschnitt für das Stromnetz weniger, geht aus dem Entwurf der E-Control für die neuen Netzentgelte hervor. Wird die Netzgebühr wie bisher nach Arbeitspreis und Leistungspauschale berechnet, liegt die Ersparnis im Schnitt bei 3,6 Prozent. Mit dem Leistungspreis, der bis spätestens Mitte 2028 die Pauschale ersetzt, sinken die Netzkosten für einen Durchschnittshaushalt um 5,7 Prozent, wie die E-Control am Donnerstag vorrechnete.

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Die Haushalte ersparen sich bei einer Abrechnung wie bisher nach Arbeitspreis und Leistungspauschale bei einem jährlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) rund 15 Euro. Stellt der Netzbetreiber bereits auf den Leistungspreis um, beträgt die jährliche Ersparnis rund 24 Euro.

Die Netzbetreiber können selbst entscheiden, wann sie auf das neue Entgelt-System umstellen, theoretisch wäre ein Start ab 1. Jänner 2027 möglich. Die meisten Netzbetreiber planen jedoch erst 2028 die Pauschale durch den Leistungspreis zu ersetzen.

Die E-Control legt als zuständige Regulierungsbehörde die Netzentgelte für jeden Verteilnetzbetreiber gesondert fest. In Niederösterreich sinken die Gebühren nach dem alten System nächstes Jahr um 12 Prozent, in Kärnten steigen sie hingegen um 9,6 Prozent. Neben Kärnten ist auch in Tirol mit Innsbruck, Oberösterreich inklusive Linz und Graz mit steigenden Kosten zu rechnen. In den anderen großen Netzgebieten, darunter Wien, sinken die Stromnetzkosten 2027.

Stellt der Netzbetreiber auf das neue System um, sinkt der Netztarif beispielsweise in Niederösterreich unter Annahme einer netzwirksamen Leistung von 4 Kilowatt (KW) um 15,9 Prozent. Auf der anderen Seite wird es in Graz um 5,7 Prozent teurer. Tiefer in die Tasche greifen wird man dann auch in Innsbruck und Linz sowie in Kärnten und dem Burgenland.

Allerdings haben es bei dem neuen System die Verbraucherinnen und Verbraucher selber in der Hand, die Netzentgelte zu senken. Schließlich reduziert sich der Netztarif, wenn man Leistungsspitzen vermeidet. Wer mehrere leistungsstarke Verbraucher gleichzeitig betreibt oder das E-Auto mit 11 statt 4 KW lädt, zahlt nach der Umstellung höhere Netzentgelte.

"Mit unserer Strommarktreform verfolgen wir ein klares Ziel: Neue Stromleitungen dort schneller bauen, wo wir sie brauchen, und bestehende besser nutzen, um unnötige Kosten zu vermeiden", kommentierte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die Tarif-Reform. "Wir müssen jeden Euro sinnvoll einsetzen, bestehende Infrastruktur besser nutzen und unnötige Belastungen vermeiden", merkte Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) an.

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