Schwangerer Mann von

Scheidung verweigert

Transsexueller, der Kind austrug, darf sich nicht von seiner Frau scheiden lassen

  • Bild 1 von 2 © Bild: Getty Images Entertainment/Patrik Stollarz

    Thomas Beatie hat 2008 in den USA (Oregon) als erster transsexueller Mann ein Kind zur Welt gebracht.

    Im Bild: Thomas Beatie (rechts), seine Frau Nancy Beatie und die gemeinsame Tochter Susan Juliette.

  • Bild 2 von 2 © Bild: www.youtube.com/Thomas Beatie

    Mittlerweile hat Beatie gemeinsam mit seiner Frau drei Kinder.

Der US-Amerikaner Thomas Beatie (38), bekannt als der "schwangere Mann" hat sich im April nach neun Ehejahren von seiner Frau Nancy getrennt. Nun verweigert ihm ein Richter in Arizona das Recht auf Scheidung, weil er bei seiner Eheschließung noch weibliche Geschlechtsorgane hatte.

Im Nachhinein kann man die Romanze zwischen Thomas und Nancy Beatie durchaus als schicksalsträchtig bezeichnen: Thomas, der bereits schon als kleines Mädchen lieber ein Junge sein wollte, lernte mit Mitte 20 seine zukünftige Frau kennen, als er gerade eine Testosteron-Kur begann. Diese konnte aufgrund einer Gebärmutterentfernung keine Kinder mehr zeugen, deshalb behielt der Transsexuelle seine Eierstöcke und Gebärmutter vorläufig.

Rummel schuld an Trennung?
Mit der Geburt der ersten Tochter 2008 war die Sensation vom schwangeren Mann perfekt – die Geschichte ging um die Welt. Doch neun Jahre später - die beiden haben in der Zwischenzeit weitere zwei Kinder bekommen - geht die Ehe in die Brüche. Der Rummel um seine Person, könnte dem Paar zum Verhängnis geworden sein. In einem Interview vom März 2012 haben Beatie und seine Frau erklärt, dass es sehr belastend für sie sei, so im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Er sei als Freak beschimpft worden und habe Todesdrohungen erhalten, so Beatie. Sogar das FBI musste vorübergehend eingeschaltet werden, um die Familie zu schützen.

Richter erklärt Ehe für ungültig
Die Strapazen nehmen für die Beaties kein Ende: Nun stellt sich ein Richter der Scheidung der beiden in den Weg. Er argumentiert, beide Ehepartner hätten zum Zeitpunkt der Eheschließung weibliche Geschlechtsorgane gehabt und seien aufgrund dessen nicht rechtsgültig verheiratet. In Arizona sind gleichgeschlechtliche Ehen nicht erlaubt.

Für Thomas Beatie ist der Gerichtsbeschluss nicht nachvollziehbar. In seinem Pass und seiner Geburtsurkunde ist er als Mann eingetragen. Für ihn ist klar: Er ist und war ein Mann und somit ist seine Ehe auch rechtens. Er wird auch weiter für sein Recht auf Scheidung kämpfen.

Thomas Beatie hat 2008 als erster Mann ein Kind geboren:

Kommentare

Ausländerin melden

journalisten schreben immer "Mann", obwohl es Frau ist. Täuschung der Öffentlichkeit.

huginator melden

Re: journalisten Wenn eine Frau eine Geschlechtsumwandlung vollzogen hat wird sie in vielen Ländern (so auch die USA, Österreich oder etwa Deutschland) auch im rechtlichen Sinn ein Mann - oder natürlich auch umgekehrt. Insofern ist das keine Täuschung der Öffentlichkeit.

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