Rechtsextremismus von

FPÖ-Politiker übte Exekutionen

Kehlkopfschnitt und Nierenstich wurde geübt – Heutiger Politiker beteiligt

Heute ist Sebastian Ortner Fraktionsobmann der FPÖ im Linzer Gemeinderat, 1988 war Sebastian Ortner ein 18-jähriger junger Mann und Mitglied in Gottfried Küssels "VAPO" (Volkstreue außerparlamentarische Opposition). Vier Stunden Videomaterial liegen vor und zeigen den heutigen FPÖ-Politiker unter anderem beim Üben von diversen Nahkampf- und Hinrichtungstechniken. Nierenstich, Kehlkopfschnitt oder Erwürgen mit einem Gürtel und immer dabei Sebastian Ortner. Heute distanziert sich Ortner von seinen damaligen Aktiviäten, doch seine Angaben sind strittig.

Im Videomaterial erklärt Ortner einem Interviewer, dass seine Gesinnungsgenossen und er sich für eine Aufhebung des Verbotsgesetzes einsetzen würden. Außerdem könne man die Menschheit in Rassen einteilen und solle versuchen den „nationalen Charakter“ Österreichs durch Ausländerrückführungen zu erhalten.

Der „Kurier“ veröffentlichte die Videos als erste Tageszeitung und konfrontierte auch den FPÖ-Gemeinderat damit. Dieser meinte, dass er sich längst von diesem Gedankengut distanziere und bereits 1988 aus der VAPO ausgetreten sei.

Noch 1992 auf Listen zu finden

An diesen Angaben gibt es jedoch inzwischen Zweifel. Der Antifa-Watchblog „Stoppt die Rechten“ berichtet von Mitgliedslisten der VAPO. Küssel hätte stets genau Buch geführt über das Netzwerk seiner Bewegung. 1992 wurde eine solche Liste von der Zeitschrift „Wiener“ veröffentlicht und auf ihr fanden sich nicht weniger als 900 Kontakte. Einer davon war der danmalige Sebastian Mülleger und heutige Sebastian Ortner. Daneben existiere noch ein weiteres Schreiben vom 4. April 1991 das Küssel an den damaligen „Bereichsleiter“ von Salzburg, Günther Reinthaler richtete. Dem Schreiben war ebenfalls eine Kontaktliste beigefügt auf der sich auch Müllegger findet.

Am 4. April wurde gegen Ortner, Küssel und andere eine Klage wegen Wiederbetätgung bei der Staatsanwaltschaft Linz eingebracht, die von dieser aktuell geprüft wird.

Ortner gesteht "jugendliches Fehlverhalten"

Der in die Kritik geratene freiheitliche Fraktionsobmann im Linzer Gemeinderat Sebastian Ortner gestand in einer schriftlichen Stellungnahme am Mittwoch "jugendliches Fehlverhalten" ein. Zudem legte er ein "Bekenntnis zur Republik Österreich und zur Demokratie" ab. Er schätze sich überaus glücklich in einem demokratischen und freien Land leben zu dürfen, hieß es weiter. Denn nur in einer freien Gesellschaft könne sich ein Mensch ändern und begangene Fehler wiedergutmachen. "In meiner Jugendzeit fehlten mir – aufgrund schwieriger familiärer Verhältnisse - der feste Halt und eine klare Orientierung". Andere Jugendliche hätten in dieser Zeit Alkohol oder Drogen missbraucht. "In meinem Fall bin ich auf politischer Ebene in extremistische Kreise geraten. Aber ebenso wie viele andere Jugendliche, die vom geraden Weg abgekommen sind, habe ich meinen Fehler früh erkannt und bin aufgrund eigenen Bestrebens wieder in die Mitte unserer Gesellschaft gerückt, zu deren Werten ich mich nach wie vor bekenne", schilderte Ortner.

Mit seinem späteren Eintritt in die FPÖ und in weiterer Folge mit meiner demokratischen Wahl in den Linzer Gemeinderat habe er in Wort und Tat immer ein klares Bekenntnis zu den demokratischen Werten und einer freiheitlichen Gesellschaft abgelegt. Zu einem demokratischen System gehöre auch, dass man begangene Fehler und falsche Einschätzungen revidieren darf - zumal er diese auch nie verschwiegen, sondern im Gegenteil damit immer einen ehrlichen und offenen Umgang praktiziert habe, so Ortner abschließend.

Rücktrittsforderungen aus rotem und grünem Lager

Nach dem Auftauchen eines Wehrsport-Videos, das vermutlich aus dem Jahr 1988 stammt und den FPÖ-Klubobmann im Linzer Gemeinderat, Sebastian Ortner, gemeinsam mit Gottfried Küssel zeigt, hagelte es am Mittwoch Kritik und Rücktrittsaufforderungen von SPÖ, ÖVP, Grünen, KPÖ und Mauthausen-Komitee.

"In den Reihen der FPÖ befinden sich offenbar einige Personen, deren Gesinnung unserer Demokratie nicht gerecht wird", zeigte sich SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Horner empört. Ständiges Leugnen löse dieses Problem auch nicht. Alle paar Wochen würden neue Beweise für latenten Rechtsextremismus und Neonazismus in der FPÖ in Oberösterreich auftauchen. "Da wirkt es nur mehr peinlich, wenn die FPÖ versucht, das Hochkommen dieses evidenten Problems den politischen Mitbewerben und den Medien in die Schuhe zu schieben", so Horner in einer Presseaussendung. Ortner und die FPÖ müssten nun Konsequenzen ziehen, verlangte er.

Der Klubobmann der Grünen im Oberösterreichischen Landtag Gottfried Hirz und seine Stellvertreterin Maria Buchmayr beurteilten in einer Presseaussendung eine Person, die im Verdacht stehe - wenn auch in vergangenen Jahren - die Ermordung Andersdenkender trainiert, den Nationalsozialismus glorifiziert und auf eine Wiedererrichtung des NS-Schreckensregimes hingearbeitet zu haben, "als Volksvertreter in unserem demokratischen System absolut untragbar". Sie erinnerten zudem, dass FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner in einer Presseaussendung betont habe, er dulde ein Liebäugeln mit dem rechtsextremen Rand nicht.

Video: "Erwürgen - Jedes kleine Kind kann das"

Video: "Nahkampf"

Kommentare

Nudlsupp melden

Ich bin weder ein Sympathisant der FPÖ noch deren Gedankengutes. Ich halte es aber für entbehrlich einem Politiker Fehler vorzuhalten, die er mit 18 begangen hat, zumal ja keine Kapitalverbrechen zu Grunde liegen. Viel mehr sollte man den Fokus auf sein Verhalten, in der Zeit als politischer Mandatar legen. Wenn er sich hier anständig verhalten hat, dann gibt es keinen Grund für.......

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reflexartige Rücktrittsdrohungen und dieses "Bashing" Hat er in der Zeit wo er politisch tätig war, zu rechtsextremen Aussagen oder Handlungen tendiert? Wenn ja, weg aus der Politik und vor ein Gericht wenn nein, gibt es keinen Grund hier jugendliche Fehltritte unnötig aufzubauschen. Würden wir als Volksvertreter nur Leute akzeptieren, die noch nie einen Fehler gemacht habe, hätten wir keine mehr

Ganz ehrlich, das ist einfach nur geschmacklos. Das Schlimmste ist ja nicht die gezeigte "Technik" an sich, sondern der Rahmen dahinter... Das hat weder etwas mit Sport noch Selbstverteidigung zu tun und zeigt mit wieviel Verstand diese Buberln gesegnet wurden (und jetzt in der Politik sind).

http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/fp-politiker-sebastian-ortner-hatte-nach-vapo-zeit-noch-rechtsextreme-kontakte/9.449.485

Ich habe eine Krav Maga (israelischer Tötungssport) Ausbildung genossen und kenne noch viel perfidere Methoden der "ums Eck Bringung" als die Buberln. Und ich bin auch kein gefährlicher Mensch deswegen geworden, ich kann mich aber wehren wenn es sein muss. Und jeder Karateka weiß wovon ich spreche! Also lasst doch die Buberln Stöckchen spielen, was soll die Aufregung?

Junge, adrette Männer in schnittigen Outfits ertüchtigen sich beim Sport - wo liegt das Problem?
Vielleicht bei den schafwollpullovertragenden ungewaschenen Linken die lieber einen Tschick und ein Bier mit geschnorrtem Geld konsumieren statt sich körperlich zu ertüchtigen?
Scherz beiseite - dieses ewige Bashing auf das "rechte Szenchen" geht einem langsam echt auf die Nerven - hört auf damit!

DoisM melden

...irgendwie ekelig, genauso wie diverse nahkampfvereine, boxer, oder andere Typen die sich prügeln. Leider steckt das irgendwie im Mann / Kind und deswegen sind viele so leicht zu verführen. Eigentlich sollte er Basti eher in Psychotherapie um das aufzuarbeiten, denn wenn er so lange schon in Angst lebt dass es rauskommt, dann hat sich da einiges aufgestaut. Ihm jetzt deswegen übel zu kommen is wahrscheinlich auch nicht das Ende der braunen Suppe, sondern nur eine Verschiebung auf morgen.

Batman1976 melden

es scheint so, als hätten sie sehr viel ahnung vom kampfsport. falls nicht: wie kommen sie zu so einer aussage (ich selbst praktiziere kampfsport seit sehr vielen jahren und finde mich in einem bunt gemischten verein mit allen politischen richtungen und breit gestreuter herkunft!)

stabilis melden

Batman1976 - danke für das Statement!
Nicht jeder der sich für Kampfsport interessiert ist ein Verbrecher, ganz im Gegenteil!
Küssel ist rechtskräftig wegen Widerbetätigung etc. verurteilt, das Gesetz gibts auch nur mehr in Österreich, anyway, solange es das gibt wird es keine offene Diskussion geben und diese rechten Buberln werden nur mystifiziert - das ist nicht gut!

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