Gut bezahlte Jobs: Wie viel verdiene ich in welchem Beruf?

Obgleich das Gehalt bei der Berufswahl nicht der entscheidende Faktor sein sollte, spielt es eine wichtige Rolle. Wie viel verdient man in welchem Beruf? Welche Jobs sind besonders gut bezahlt? Und welche Rolle spielt der Ausbildungsgrad dabei? Ein Überblick.

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Gut bezahlte Jobs: Wie viel verdiene ich in welchem Beruf? © Bild: iStockphoto.com

Inhaltsverzeichnis

Die folgenden Angaben beziehen sich stets auf das monatliche Brutto-Gehalt.

Die gängigsten Berufe und deren Gehalt

So viel verdient man laut AMS-Gehaltskompass* am Anfang der beruflichen Laufbahn als ...

... Architekt:in: 2.240 Euro
... Arzt/Ärztin für Allgemeinmedizin: 2.730 Euro
... Flugbegleiter:in: 1.200 Euro
... Friseur:in: 1.390 Euro
... Lehrer:in (Primar- und Sekundarstufe): 2.200 Euro
... Maler:in: 1.810 Euro
... Maurer:in: 2.390 Euro
... Pilot:in: 1.870 Euro
... Polizist:in: 1.690 Euro
... Rechtsanwalt/-anwältin: 2.100 Euro
... Servierkraft: 1.500 Euro
... Zahnarzt/-ärztin: 3.020 Euro

Bei den hier angeführten Gehältern handelt es sich um die Untergrenze. Die Spannbreite zwischen Unter- und Obergrenze kann von Job zu Job stark variieren. Ein Beispiel: Während ein/e Pilot:in beim Berufseinstieg bis zu 3.740 Euro brutto verdienen kann, sind es bei Flugbegleitern und -begleiterinnen maximal 1.880 Euro.

Die Höhe des Gehalts eines/einer Bürgermeisters/Bürgermeisterin hängt laut "kommunalnet.at" sowohl vom Bundesland als auch von der Größe der jeweiligen Gemeinde ab. In Vorarlberg ist die Bandbreite am höchsten. Hier kann man als Bürgermeister:in zwischen 1.952 Euro und 15.162 Euro verdienen. Im Gegensatz zu den restlichen Bundesländern ist das Bruttogehalt in Vorarlberg an die Nächtigungszahlen im Ort geknüpft.

Eine relativ große Spannbreite gibt es auch in der Steiermark. Je nach Gemeindegröße kann man hier zwischen 2.272 Euro (bis zu 500 Einwohner) und 9.091 Euro (über 3.000 Einwohner) verdienen. In Kärnten und Niederösterreich liegt die Obergrenze mit bis zu 20.000 Einwohnern bei 7.510 Euro bzw. 7.727 Euro. Bürgermeister:innen in einer Gemeinde mit bis zu 1.000 Einwohnern verdienen in Kärnten 3.067 Euro und in Niederösterreich 2.840 Euro. (Stand November 2020)

Wie viel verdient man im öffentlichen Dienst?

In Österreich umfasst der öffentliche Dienst folgende Bereiche:

  • Bundesheer
  • Lehrpersonal
  • rechtliche Berufe
  • diplomatischer Dienst
  • Exekutivdienst
  • Finanzverwaltung
  • Verwaltungsassistenz

Die Lehrberufe beziehen sich auf den Unterricht an der AHS, der BMS und BHS, der NMS sowie an pädagogischen Hochschulen. Die rechtlichen Berufe reichen von der Tätigkeit als Richter:in über die als Staatsanwalt/-anwältin bis hin zu jener als Diplomrechtspfleger:in und Legist:in. In den Bereich der Finanzverwaltung fallen beispielsweise die Betrugsbekämpfung und die Betriebsprüfung. Die folgenden Angaben stammen vom Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport (Stand Jänner 2022).

Je nach Entlohnungsgruppe und Entlohnungsstufe verdienen Lehrer:innen laut Gehaltstabelle des Bundesministeriums monatlich zwischen 1.870 Euro und 6.560 Euro brutto. Als Schul- und Fachinspektor:in kann man bis zu 7.169 Euro verdienen. Vertragsbedienstete im Krankenpflegedienst können mit einem Gehalt von 2.005 Euro bis 5.230 Euro rechnen. Bei Beamten im Krankenpflegedienst beträgt die Bandbreite zwischen 1.967 Euro und 4.415 Euro.

Bei Beamten des Allgemeinen Verwaltungsdienstes reicht die gehaltstechnische Spannbreite von 1.776 Euro bis 5.754 Euro. Als Polizist:in kann man zwischen 1.822 Euro und 4.507 Euro verdienen, beim Berufsmilitär zwischen 2.071 Euro und 5.754 Euro. Das Monatsgehalt von Richtern und Richterinnen reicht von 4.227 Euro bis 11.700 Euro, das von Staatsanwälten und -anwältinnen von 4.484 Euro bis 11.700 Euro.

Gut bezahlte Jobs mit Studienabschluss

Der Begriff Studienabschluss umfasst sowohl die universitäre Ausbildung als auch das Studium an einer Fachhochschule oder einer Pädagogischen Hochschule. Im Anschluss finden Sie die Berufe mit den höchsten Einstiegsgehältern, für deren Ausübung man ein Studium benötigt. Die Angaben entstammen dem AMS-Gehaltskompass.

1. Apotheker:in: 3.900 Euro
2. Richter:in, Staatsanwalt/Staatsanwältin: 3.840 Euro
3. Facharzt/Fachärztin: 3.690 Euro
4. Zahnarzt/Zahnärztin: 3.020 Euro
5. Medizinphysiker:in: 2.960 Euro
6. Klinische/r Psychologe/Psychologin: 2.850 Euro
7. Physiker:in: 2.790 Euro
8. Sprachwissenschafter:in: 2.780 Euro
9. Gerontologe/Gerontologin: 2.750 Euro
10. Psychologe/Psychologin: 2.740 Euro

Der Facharzt-Beruf umfasst gehaltstechnisch über verschiedenste Bereiche - von der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde über die Innere bis hin zur Gerichtsmedizin. Ebenso viel wie in der klinischen Psychologie verdienen Berufseinsteiger, die sich der Neuropsychologie, der Suchtpsychologie oder der Forensischen Psychologie widmen.

In dieselbe Einstiegsgehaltsklasse wie Physiker:innen fallen Akustiker:innen und Astronomen/Astronominnen. Was das Berufsfeld der Physik anbelangt, so deckt dieser Bereich gehaltstechnisch auch die Akustik-, die Astro-, die Atom- und die Geophysik ebenso wie die Theoretische und die Experimentalphysik ab.

Gehaltstechnisch in dieselbe Klasse wie Sprachwissenschafter:in fallen Musikwissenschafter:innen, Philosophen und Philosophinnen und Literaturwissenschafter:innen ebenso wie jene, die sich beruflich mit einem Land und dessen Kultur auseinandersetzen, angefangen von der Afrikanistik bis hin zur Skandinavistik.

Ein/e Pflegewissenschafter:innen wiederum fällt in dieselbe Einstiegsgehaltsklasse wie ein/e Gerontologe/Gerontologin, der/die sich beruflich der Thematik des Alterns widmet. Der Bereich der Psychologie umfasst unter anderem den der Kommunikations-, der Arbeits- und Organisations-, der Gesundheits-, der Pädagogischen, der Schul-, der Sozial- und der Verkehrspsychologie.

Gut bezahlte Jobs mit Schulabschluss

1. Requirements Engineer: 2.550 Euro
2. Elektrotechnikingenieur:in: 2.450 Euro
3. SAP-Berater:in: 2.360 Euro
4. Fassader:in: 2.330 Euro
5. Wirtschaftsinformatiker:in: 2.270 Euro
6. Controller:in: 2.250 Euro
7. Innenausbauer:in: 2.220 Euro
8. Sozialpädagoge/-pädagogin: 2.190 Euro
9. Steingutdesigner:in: 2.160 Euro
10. Unternehmensberater:in: 2.150 Euro

SAP-Berater:innen betreuen Kunden und Kundinnen bei der Einführung, dem Einsatz und der Anpassung der betriebswirtschaftlichen SAP-Software. Dabei haben sie eine beratende und betreuende Funktion. Fassader:innen widmen sich der Gestaltung und Renovierung von Gebäudefassaden.

Ebenso viel wie Wirtschaftsinformatiker:innen verdienen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn Datensicherungsexperten und -expertinnen, IT Security Consultants, IT-Analytiker:innen und Software-Tester:innen. Das Einstiegsgehalt von Controller:innen wiederum ist laut AMS-Gehaltskompass ident mit dem einer Fachkraft in der Offenen Jugendarbeit.

Stuckateure und Stuckaterinnen sowie Trockenbauer:innen verdienen nach ihrem Einstieg ins Berufsleben ebenso viel wie Innenausbauer:innen, die für die Raumgestaltung und -sanierung von Wohnungen sowie Büro- und Geschäftsräumen zuständig sind. In dieselbe Gehaltsklasse wie Sozialpädagogen und -pädagoginnen fallen Diplom-Sozialbetreuer:innen für Familienarbeit, Frauenberater:innen, Hortpädagogen und -pädagoginnen, Kinder- und Jugendberater:innen, sowie Lebens- und Sozialberater:innen.

Gut bezahlte Jobs mit Lehre

1. Maurer:in: 2.390 Euro
2. Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutztechniker:in: 2.220 Euro
3. Zimmerer/Zimmerin: 2.210 Euro
4. Steinmetz:in: 2.160 Euro
5. Dachdecker:in: 2.140 Euro
6. Gold- und Silberschmied:in und Juwelier:in: 2.130 Euro
7. Augenoptiker:in: 2.070 Euro
8. Elektrotechniker:in: 2.060 Euro
9. Bodenleger:in: 2.050 Euro
10. Konstrukteur:in: 2.030 Euro

Ebenso viel wie ein/e Maurer:in verdient anfangs ein/e Betonbauer:in, ein/e Betonbauspezialist:in, ein/e Brunnen- und Grundbauer:in, ein/e Hochbauer:in oder Hochbauspezialist:in sowie ein/e Tiefbauer:in oder Tiefbauspezialist:in. Auf demselben Gehaltslevel wie Angestellte in der Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutztechnik wiederum befinden sich Pflasterer und Pflasterinnen sowie Straßenerhaltungsfachkräfte.

Das Gehalt betreffend gleichauf mit Gold- und Silberschmieden sind Elektrotechniker:innen, Büchsenmacher:innen und Waffenmechaniker:innen, Spenger:innen, Installations- und Gebäudetechniker:innen, Kraftfahrzeug-, Kälteanlagen-, Metall- sowie Land- und Baumaschinentechniker:innen.

Als Betonfertigteiltechniker:in oder Transporttechniker:in wiederum verdient man so viel wie als Steinmetz:in, als Werkstofftechniker:in so viel wie als Augenoptiker:in und als Metalltechniker:in so viel wie als Konstrukteur:in.

Gut bezahlte Jobs mit Spezialausbildung

1. Industrietaucher:in, Schaler:in: 2.390 Euro
2. Dipl. Kardiotechniker:in: 2.370 Euro
3. Coach: 2.190 Euro
4. Flugfunker:in, Fluglotse/Fluglotsin: 2.160 Euro
5. Trainer:in in der Erwachsenenbildung: 2.150 Euro
6. Fahrradmechaniker:in: 2.130 Euro
7. Fach-Sozialbetreuer:in für Behindertenarbeit und -begleitung: 2.110 Euro
8. Fahrlehrer:in, Fahrschullehrer:in: 2.100 Euro
9. Berufs- und Bildungsberater:in: 2.090 Euro
10. Croupier/Croupière: 2.080 Euro

Als Schaler:in stellt man Betonteile für den Hoch-, Tief- und Wasserbau her und baut für das Gießen des Betons Formen, sogenannte Schalungen. Dasselbe Einstiegsgehalt wie ein Coach bekommt man unter anderem als Ehe- und Familien-, Kinder- und Jugend- oder Lebens- und Sozialberater:in, als Konsumentenberater:in, Mediator:in, Schuldnerberater:in oder als Lerncoach. Bordtechniker:innen und Hufschmied:innen wiederum verdienen so viel wie Fahrradmechaniker:innen.

Die am schlechtesten bezahlten Berufe

Die folgenden Berufe werden am schlechtesten bezahlt. Die Auswahl erfolgt hier unabhängig vom für die Ausübung des Berufs notwendigen Grad der Ausbildung.

1. Garderobier/e: 1.230 Euro
2. Friseur:in (Stylist:in): 1.390 Euro
3. Fotomodell: 1.480 Euro
4. Stuntman/-woman: 1.500 Euro
5. Maskenbildner:in: 1.530 Euro
6. Moderator:in: 1.700 Euro
7. Sänger:in: 1.760 Euro
8. Drehbuchautor:in: 1.880 Euro
9. Inspizient:in: 2.020 Euro
10. Kostümbildner:in: 2.080 Euro

* Der AMS-Gehaltskompass zieht die entsprechenden Mindestgehälter in Kollektivverträgen als Datengrundlage heran. (Stand: Juli 2018)