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Hitzewellen könnten Bruttoinlandsprodukt stark drücken

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Bau und Bauarbeiter leiden besonders unter steigender Gluthitze
©APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER
Neben der Bekämpfung des Klimawandels gewinnen Anpassungsmaßnahmen aus wirtschaftlicher Sicht zunehmend an Bedeutung. "Wir werden lernen müssen, mit Hitze produktiv umzugehen", erklärt IHS-Ökonom Klaus Weyerstraß in einem Beitrag auf der Homepage der WU, wo er auch lehrt. Flexiblere Arbeitszeiten, Kühl- und Belüftungssysteme, genug Schatten- und Erholungsmöglichkeiten sollen Hitzebelastungen im Job mindern. Der heimischen Volkswirtschaft drohen jedenfalls Milliardenverluste.

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Wenn sich die Hitzephasen ausweiten und verstärken hat das gerade für die heimische Wirtschaft mehr Nachteile als Vorteile, ging kürzlich auch aus einem APA-Gespräch mit Wifo-Volkswirt Marcus Scheiblecker hervor. Es gebe Wirtschaftsbereiche, die sich auf eine neue Lage wie mehr und längere Hitze einstellen könnten. Hier gebe es Umstellungskosten, danach sei eine Normalisierung realistisch.

Unzweifelhaft beeinträchtigen Hitzewellen die Leistungsfähigkeit von Beschäftigten - besonders bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten im Freien. Hohe Temperaturen erschweren körperliche Arbeit und beeinträchtigen die Konzentration und die Produktivität sinkt. Die wirtschaftlichen Folgen sind nicht nur in einzelnen stark betroffenen Branchen spürbar, sondern breiten sich über Lieferketten und Märkte in der gesamten Wirtschaft aus.

Wie stark die Produktivität leide, hänge unter anderem von der Intensität der Hitze und der Art der Tätigkeit ab. "Besonders betroffen sind Beschäftigte am Bau oder in der Landwirtschaft, die körperlich anstrengende Arbeiten häufig im Freien verrichten", so Weyerstraß. In diesen Bereichen kommt es zu deutlichen Produktionsrückgängen, die sich auch auf andere Sektoren auswirken.

Weniger direkt betroffen seien Beschäftigte in Büros. Dort sei die körperliche Belastung meist geringer, außerdem verschaffen oft Klimaanlagen und andere Maßnahmen Milderung. "Aber auch hier zeigen sich Produktivitätsrückgänge - etwa durch schlechteren Schlaf oder nachlassende Konzentration an heißen Tagen."

"Produktionsrückgänge in besonders betroffenen Sektoren wirken sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus", so Weyerstraß. Wenn etwa am Bau weniger gearbeitet werde, sinke auch die Nachfrage nach Vorleistungen wie Zement oder Metall. "Ein großer Teil der wirtschaftlichen Kosten von Hitze entsteht indirekt - über Lieferketten, Einkommen und Nachfrageeffekte." Modellrechnungen zeigten, dass sich durch diese Folgewirkungen die ursprünglichen Verluste sogar verstärken können.

Modellrechnungen für Österreich verdeutlichten die Dimension: In einem Szenario mit stark steigenden Temperaturen könnte die Wirtschaftsleistung bereits innerhalb weniger Jahre spürbar zurückgehen. Im untersuchten Szenario liegt das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten Jahr um rund 0,7 Prozent beziehungsweise knapp drei Milliarden Euro unter dem Vergleichswert ohne zusätzliche Hitzebelastung.

Über den gesamten Zeitraum von drei Jahren summieren sich die Verluste auf rund sechs Milliarden Euro. "Diese Zahlen sind eher konservativ", betont Weyerstraß. "Viele weitere Auswirkungen der Hitze, zum Beispiel auf die Gesundheit oder die Infrastruktur, sind darin noch gar nicht enthalten. Auf der anderen Seite haben wir aber auch Anpassungen, zum Beispiel Verlagerungen der Arbeit in die Morgen- und Abendstunden, nicht berücksichtigt."

Weyerstraß' Angaben basieren im Speziellen auf der Studie "Economic impact of labor productivity losses induced by heat stress: an agent-based macroeconomic approach. In: Climatic Change (2025)", an der er mitwirkte.

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