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Die Sparte Gewerbe und Handwerk kommt "nicht vom Fleck", betonte neben dem Bundesspartenobmann in der Wirtschaftskammer Österreich auch Expertin Christina Enichlmair von der KMU Forschung. Das Saldo des Stimmungsbarometers liege nach wie vor im negativen Bereich, der Auftragsbestand mit einem leichten Rückgang um 0,2 Prozent im zweiten Quartal 2026 annähernd auf dem Niveau vom Vorjahreszeitraum. Dennoch stellte Enichlmair einen "saisonbedingten leichten Auftrieb" fest, der positiv bewertet werden könne. Sie verwies auf die "Heterogenität" in den Branchen.
Einen steigenden Auftragsbestand im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zur Vorjahresperiode vermeldeten laut KMU Forschung einige investitionsgüternahe Branchen, unter anderem die Hafner, Platten- und Fliesenleger sowie Keramiker (+10,1 Prozent), das Baugewerbe (+8 Prozent), Chemische Gewerbe (+4,7 Prozent) sowie Metalltechniker (+4,2 Prozent). Auftragsrückgänge gab es vor allem bei Kunststoffverarbeitern (-15,3 Prozent), im Bauhilfsgewerbe (-14,9 Prozent) und im Holzbau (-11,5 Prozent).
In den konsumnahen Branchen gab es hingegen keinen einzigen Bereich mit einem positiven Saldo in der Umsatzentwicklung. Einen negativen Saldo, aber eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr meldeten der Bereich Fahrzeugtechnik, die Friseure und die Mechatroniker. Umsatzmäßig nicht gut lief es für viele Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure sowie für Personaldienstleister und im Sicherheitsgewerbe als auch im Kunsthandwerk. "Besonders in den konsumnahen Branchen spüren wir die Kaufkraftzurückhaltung der Haushalte, während im Baubereich nach wie vor die notwendige Investitionsdynamik fehlt", so Enichlmair.
Die Erwartungen für das dritte Quartal 2026 gestalten sich ebenso pessimistisch. "Auftragseingangs- und Umsatzerwartungen trüben sich ein", erklärte Enichlmair. Nur 16 Prozent der Betriebe erwarten sich eine Steigerung im Vergleich zum dritten Quartal 2025, 57 Prozent rechnen mit keiner Veränderung und 27 Prozent mit Rückgängen.
"Vor allem am Bau, unserer wichtigsten Konjunkturlokomotive, spüren wir die Zurückhaltung am deutlichsten", sagte WKÖ-Obmann Denk. "Ich fürchte, wir dürfen uns nicht auf die Hoffnung verlassen, dass die Krisen ein baldiges Ende haben", fügte er hinzu. Österreich und Europa müssten sich "selbst den Weg aus der Stagnation bahnen". Dies könne nur durch die Reduktion von Abhängigkeiten, den Abbau der Bürokratie und der Ausbildung von Fachkräften geschehen. Denk bekräftigte sein Anliegen, die Lehrlingsausbildung staatlich entsprechend zu fördern. "Hören Sie auf, die Lehre schlecht zu reden", sagte Denk in Richtung Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ).
