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Mehr als die Hälfte der Befragten ging davon aus, dass die Produktivität in den letzten drei Jahren gestiegen ist. Allerdings gehe dies zu Lasten der Beschäftigten, merkte ÖGB Bundesgeschäftsführer Willi Mernyi dazu an. Und 73 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden gaben an, dass die Produktivität innerhalb des Unternehmens eines der wichtigsten Themen ist.
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich das Arbeitsklima verschlechtert hat. Gleichzeitig sei der Arbeitsdruck gestiegen. Und die Krankenstände seien nach wie vor auf einem hohen Niveau. Dabei wachse der Druck, trotz Krankheit oder in der Freizeit zu arbeiten.
Die Produktivität lasse sich nicht durch steigenden Arbeitsdruck erhöhen, sondern durch Investitionen in Weiterbildung, eine gute Arbeitsorganisation und einen sinnvollen Einsatz neuer Technologien, gaben die Befragten an. So sahen 61 Prozent in der Prozessoptimierung einen wesentlichen Hebel, um die Arbeitsleistung nachhaltig zu steigern. Und 59 Prozent sprachen sich für eine stärkere Einbindung der Beschäftigten aus - was aber nur in einem von neun Betrieben passiere. Weiterbildung und Qualifizierung hielten 51 Prozent für wichtig. Wobei nur ein Drittel der Betriebe dies laut der Umfrage auch umsetzt. Und 41 Prozent nannten die Digitalisierung als wichtigen Punkt.
Obwohl viele Unternehmen einen Fachkräftemangel beklagen, würden vorhandene Arbeitskräftepotenziale nach Ansicht der Betriebsratsvorsitzenden häufig nicht genutzt. So haben 63 Prozent der Betriebe zwar Schwierigkeiten, Personal zu finden. Aber 35 Prozent zeigen nur eine geringe Bereitschaft, Langzeitarbeitslose einzustellen. Und 29 Prozent der Unternehmen zögern, Personen über 50 Jahre aufzunehmen. Teilzeitkräfte und Personen mit Betreuungspflichten werden von 22 Prozent bzw. 17 Prozent abgelehnt. Dadurch werde die Situation nach Ansicht von AK und ÖGB weiter verschärft.
"Personalpolitik ist oft noch nicht fair", so Mernyi. "Es braucht echte Gleichstellung: gleiche Chancen, faire Bezahlung und Arbeitszeiten, die zum Leben passen."
