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Flugabgabe: Minister Hanke will Ticketsteuer senken, aber nicht abschaffen

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Die Länder fordern ein Aus für die Flugabgabe
©APA, GEORG HOCHMUTH, Themenbild

Verkehrsminister Peter Hanke will die Flugabgabe nicht streichen, eine Senkung hält er aber für möglich. Was die Abgabe Sie bei jedem Abflug kostet und wer für und gegen sie kämpft.

News auf Google bevorzugen

Die Flugabgabe in Österreich soll bleiben, könnte aber sinken. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hat sich am Donnerstag in einem Interview gegen eine Abschaffung ausgesprochen, eine Reduktion der Abgabe kann er sich aber vorstellen, wenn sich die Bundesregierung auf einen gemeinsamen Weg einigt. Damit reagiert er auf die Forderung mehrerer Landeshauptleute, die Abgabe ganz zu streichen.

Für eine Senkung könnte laut Hanke Geld verwendet werden, das bereits eingeplant ist: Für 2027 und 2028 hat er jeweils 30 Millionen Euro zur Unterstützung der Luftfahrt budgetiert. Wünschenswert wären aus seiner Sicht 50 bis 60 Millionen Euro, dafür brauche es aber eine Gegenfinanzierung. Entschieden ist noch nichts. Die Regierung stimme sich ab, sagt der Minister, der zudem ein Standortpaket ankündigte, das auch die Luftfahrt betreffen soll.

So viel Flugabgabe steckt in Ihrem Ticket

Die Flugabgabe wird bei jedem Abflug von einem österreichischen Flughafen fällig. Sie beträgt laut Unternehmensserviceportal des Bundes 12 Euro pro Passagier, für Flüge unter 350 Kilometern 30 Euro. Diese Sätze gelten seit 1. September 2020. Die Abgabe schuldet die Airline, in der Praxis ist sie im Ticketpreis bereits enthalten.

Befreit sind Kinder unter zwei Jahren ohne eigenen Sitzplatz sowie Umsteigerinnen und Umsteiger, die sich weniger als 24 Stunden an einem österreichischen Flughafen aufhalten. Auf dem Rückflug aus dem Ausland fällt die österreichische Abgabe nicht an. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern über zwei Jahren zahlt für eine Urlaubsreise ab Wien also 48 Euro Flugabgabe.

Zum Vergleich verweist der Flughafen Wien gern auf Bratislava. Dort, 55 Kilometer entfernt, werde keine Ticketsteuer verlangt, sagte Flughafen-Vorstand Günther Ofner im Gespräch mit News über den Ausbau des Flughafens.

Länder und Flughäfen machen Druck

Die Landeshauptleute von Tirol, Salzburg, Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten haben Bundeskanzler Christian Stocker und Hanke am Dienstag in einem gemeinsamen Brief aufgefordert, die Flugabgabe abzuschaffen. Auch Wien und Niederösterreich drängen darauf. Der niederösterreichische Landtag hat am 22. Oktober einen Dringlichkeitsantrag zur Abschaffung der Flugabgabe beschlossen, mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ, SPÖ und Neos.

Hintergrund ist der Rückgang der Passagierzahlen. Am Flughafen Wien flogen von Jänner bis September 2026 rund 23,5 Millionen Passagiere, um 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Flughafen führt das vor allem auf das kleinere Angebot der Billigairlines und auf die Nahostkrise zurück. Österreichweit zählte Statistik Austria im Juli und August 5,1 Prozent weniger Fluggäste als ein Jahr zuvor.

Flughäfen und Airlines argumentieren, die Abgabe benachteilige Österreich gegenüber Nachbarflughäfen. Ryanair und Wizz Air haben zuletzt Kapazitäten von Wien abgezogen, der Flughafen Bratislava wuchs dagegen kräftig, wie unser Bericht Flughafen Bratislava knackt 4 Millionen Passagiere zeigt.

Kritik von Klimaschützern und Ökonomen

Gegen eine Abschaffung tritt unter anderem das Momentum Institut auf. In einer Analyse vom 28. Oktober nennt es den Schritt sozial ungerecht, klimapolitisch kontraproduktiv und budgetpolitisch widersinnig. Das Institut beziffert die für 2026 erwarteten Einnahmen aus der Abgabe mit rund 190 Millionen Euro und verweist darauf, dass 76,4 Prozent der Menschen mit niedrigem Haushaltseinkommen im untersuchten Zeitraum gar nicht geflogen sind.

Auch die Grünen lehnen eine Abschaffung ab. Im niederösterreichischen Landtag argumentierten sie, die Abgabe bestehe seit 2011, während die Passagierzahlen gestiegen seien, und das Geld werde für öffentlichen Verkehr und Klimaschutz gebraucht.

Was das für Ihre Flugbuchung bedeutet

Für bereits gebuchte Flüge ändert sich nichts. Ob, wann und in welchem Ausmaß die Abgabe sinkt, ist offen. Ebenso offen ist, ob Airlines eine Senkung über niedrigere Ticketpreise an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Auf einem günstigen Kurzstreckenticket macht die Abgabe von 12 Euro allerdings einen spürbaren Teil des Preises aus.

Wer sparen will, kann Abflüge ab Wien und Bratislava vergleichen, sollte aber Anreise, Parken und Zeit mitrechnen. Wie sich die Ticketpreise im kommenden Jahr entwickeln könnten, lesen Sie in Flugpreise 2027: Ryanair-Chef erwartet bis zu 20 Prozent teurere Tickets in Europa. Weitere Nachrichten zu Airlines, Flughäfen und Ihren Rechten finden Sie auf unserer Themenseite Luftfahrt & Flugreisen.

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