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Eine zentrale Rolle spielt dabei der Flughafen Rom-Fiumicino. Der internationale Airport "Leonardo da Vinci" verzeichnete allein in den Sommermonaten Juni bis August 2026 rund 15 Millionen Passagiere. Nun soll der Flughafen umfassend erweitert werden. Nach den derzeitigen Plänen der Betreibergesellschaft "Aeroporti di Roma" (AdR) sind private Investitionen von rund neun Milliarden Euro vorgesehen. Geplant sind eine vierte Start- und Landebahn sowie ein neues Terminal. Insgesamt soll der Flughafen künftig bis zu 100 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Mit dem neuen Terminal wird die jährliche Kapazität um rund 35 Millionen Passagiere steigen.
Auch der Ausbau des Hafens von Fiumicino gehört zu den langfristigen Entwicklungsplänen. Neben der Erweiterung des kommerziellen Hafens ist ein touristischer Hafen an der Tibermündung vorgesehen. Geplant sind ein Kreuzfahrtterminal, Liegeplätze für rund 1.200 Boote sowie Flächen für Hotels, Gewerbe und Werften. Der Hafen, der vor allem für große Jachten gedacht ist, soll auch ein Kreuzfahrtterminal für mehr als eine Million Passagiere pro Jahr umfassen.
Hinter dem Projekt steht die Gesellschaft Fiumicino Waterfront, an der der US-Kreuzfahrtriese Royal Caribbean und der britische Investmentfonds Icon Infrastructure beteiligt sind. Die Investition soll vollständig aus privatem Kapital finanziert werden. Für die lokale Wirtschaft werden während der Bauphase positive Effekte von rund einer Milliarde Euro erwartet. Nach der vollständigen Inbetriebnahme soll der Hafen jährlich einen wirtschaftlichen Folgeeffekt von rund 419 Millionen Euro erzeugen - unter anderem für Hotels, Gastronomie, Handel, Verkehr, Unterhaltung und Dienstleistungen. Noch bedeutender sind die erwarteten Beschäftigungseffekte: Mit der Inbetriebnahme des Hafens, dessen Bau rund zwei Jahre dauern soll, könnten mehr als 6.700 neue Vollzeitarbeitsplätze entstehen, vor allem im Dienstleistungssektor.
"Wir erleben eine beispiellose Phase. Der Ausbau des Flughafens, der Handelshafen sowie der neue Kreuzfahrt- und Tourismushafen sind drei strategische Infrastrukturprojekte von internationaler Bedeutung, die erhebliche Auswirkungen auf unser Gebiet haben werden", betont der Bürgermeister der Gemeinde Fiumicino, Mario Baccini. Die größte Herausforderung bestehe darin, diesen Wandel zu steuern. "Wirtschaftliches Wachstum und der Schutz des Gebiets müssen dabei Hand in Hand gehen. Deshalb arbeiten wir daran, dass jede Veränderung mit einem Ausbau der Dienstleistungen, der Infrastruktur, der Mobilität und der Sicherheit einhergeht und zugleich die Identität unseres Gebiets bewahrt", sagt Baccini.
Allerdings ist das Projekt für den neuen Hafen nicht unumstritten. Am 3. Juli gab das Verwaltungsgericht der Region Latium (TAR Lazio) einer Klage von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden statt und hob die im November 2025 vom italienischen Umweltministerium erteilte Umweltverträglichkeitsprüfung auf. Damit wurde das Vorhaben vorerst gestoppt. Bürgermeister Baccini zeigt sich dennoch zuversichtlich, die vom Verwaltungsgericht beanstandeten Punkte bald ausräumen zu können.
Eine Überlastung durch den Tourismus fürchtet Fiumicinos Bürgermeister nach eigenen Angaben nicht. "Italien ist ein touristisches Land, das immer mehr auf Tourismus von Niveau setzen muss. Unsere Aufgabe ist es, die Qualität des touristischen Angebots zu erhöhen und dabei Umwelt und Kultur zu berücksichtigen", betont Baccini.
