Der Wasserpegel am Rhein fällt auf ein historischen Niedrigwert.
©Imago / Marc JohnEuropas extreme Hitze könnte das erwartete Wirtschaftswachstum 2026 fast vollständig zunichtemachen. Besonders Frankreich, Italien und Spanien drohen Milliardenverluste.
von
Die extreme Hitze und Dürre in weiten Teilen Europas in diesem Sommer könnten das erwartete Wirtschaftswachstum einer Studie zufolge weitgehend zunichtemachen. Die hitzebedingten Störungen dürften das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union 2026 um etwa ein Prozent schmälern, schrieb die auf nachhaltige Projekte spezialisierte niederländische Bank Triodos in einem am Samstag veröffentlichten Bericht.
Das entspreche wirtschaftlichen Einbußen von rund 180 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür sei eine geringere Arbeitsproduktivität. Allein diese dürfte das EU-BIP um etwa 0,6 Prozent drücken. Die landwirtschaftliche Produktion wird dem Bericht zufolge voraussichtlich um drei bis sieben Prozent zurückgehen.
Frankreich am stärksten betroffen
„Höhere Lebensmittelpreise, eine eingeschränkte Stromerzeugung und höhere Strompreise sowie Beeinträchtigungen im Straßen-, Schienen- und Binnenschiffsverkehr vergrößern den Schaden“, erklärte die Bank. Am stärksten dürfte Frankreich betroffen sein. Dort könnten wiederkehrende Hitzewellen das BIP um etwa 1,4 Prozent verringern und die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr um 0,6 Prozent schrumpfen lassen.
Auch Italien, Spanien und Belgien drohten erhebliche Verluste. Länder wie Polen, die weniger außergewöhnlich heiße Tage verzeichneten, seien voraussichtlich weniger stark betroffen. Die EU-Kommission hat für die Europäische Union ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für die Euro-Zone mit einem Plus von etwa 0,9 Prozent.
