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Von dem Freihandelsabkommen erwartet sich die Außenministerin deutliche wirtschaftliche Impulse. Trotz des bereits "massiv gestiegenen" bilateralen Handelsvolumens würden bestehende Zölle die Unternehmen stark belasten. Fallen diese weg, seien "wirklich große positive Auswirkungen" zu erwarten. Schon jetzt hingen geschätzt 5.000 österreichische Arbeitsplätze direkt an der Wirtschaftsbeziehung zu Indien. Mit dem Freihandelsabkommen könne "ungefähr die gleiche Zahl" zusätzlicher Arbeitsplätze entstehen, erklärte die Außenministerin.
Nach Angaben Meinl-Reisingers haben bereits mehr als 170 österreichische Unternehmen Niederlassungen in Indien, rund 70 produzieren vor Ort. Insgesamt exportieren mehr als 1.300 heimische Firmen in das Land. Thema des Gesprächs mit Jaishankar seien laut Meinl-Reisinger auch Maßnahmen zur Unterstützung österreichischer Unternehmen gewesen. Ein vereinbarter Fast-Track-Mechanismus soll es künftig ermöglichen, Anliegen von Unternehmen rascher direkt bei indischen Stellen zu adressieren. Vom indischen Außenminister habe sie zudem die Zusicherung erhalten, "dass er und auch das Büro des Premierministers Ansprechpartner sein können für Unternehmensanliegen".
Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt. Für die EU zählt das Land zu den wichtigsten Wachstumsmärkten. Umgekehrt ist die Union bereits Indiens größter Handelspartner. Das jährliche Handelsvolumen zwischen beiden Seiten beläuft sich laut EU-Kommission auf mehr als 180 Milliarden Euro. Nach Angaben der EU-Kommission soll das Abkommen nach seinem Inkrafttreten den Zugang zum indischen Markt erleichtern, Zölle senken und Handelshemmnisse abbauen. Darüber hinaus soll es verlässlichere Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen schaffen.
Die Partnerschaft mit Indien gewinne auch vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen an Bedeutung, erklärte die NEOS-Politikerin. "Während China zunehmend protektionistisch ist und auch von Seiten der USA die Zolldaumenschrauben angezogen werden, wird die Partnerschaft zwischen Europa, auch Österreich, und Indien immer wichtiger." Indien sei zudem "einer der wichtigsten Player" auf globaler Ebene. "Egal bei welchem Thema, man kommt eigentlich an Indien nicht vorbei", sagte Meinl-Reisinger. Besprochen worden seien zudem aktuelle Konflikte wie der Ukraine-Krieg, die Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen sowie die Zukunft von Friedensmissionen.
