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Infineon investiert 1,1 Milliarden Euro in Villach: Was die neue Chipfertigung bringt

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Silizium-Wafer mit schimmernden Mikrochips in Nahaufnahme
Foto:©Unsplash/Laura Ockel

Der Halbleiterkonzern Infineon baut in Villach die weltweit erste Großserienfertigung für Leistungshalbleiter aus Galliumnitrid auf 300-Millimeter-Wafern auf. Die Produktion soll Ende 2027 starten, die EU hat 319 Millionen Euro Beihilfe genehmigt.

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Der Standort Villach in Kärnten bekommt eine Milliardeninvestition. Infineon investiert dort bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro und baut die nach Unternehmensangaben weltweit erste Großserienfertigung für Leistungshalbleiter aus Galliumnitrid, kurz GaN, auf 300-Millimeter-Wafern auf.

Angekündigt wurde das Projekt am 27. Oktober. Die Produktion soll bis Ende 2027 anlaufen, weitere Kapazitäten will Infineon je nach Nachfrage aufbauen. Die Europäische Kommission hat dafür eine staatliche Beihilfe von 319 Millionen Euro nach dem Europäischen Chips Act genehmigt.

Was in Villach entsteht

Eine komplett neue Fabrik wird nicht gebaut. Infineon nutzt bestehende Reinraumflächen in Villach und modernisiert sie für die neue Fertigung. Erste Galliumnitrid-Wafer mit 300 Millimetern Durchmesser hat das Unternehmen bereits 2024 verarbeitet, 2025 begann der Hochlauf der Produktion.

Der Schritt von 200 auf 300 Millimeter ist für die Wirtschaftlichkeit entscheidend: Auf einem 300-Millimeter-Wafer lassen sich laut Infineon rund 2,3-mal so viele Chips fertigen wie auf einem 200-Millimeter-Wafer. Das senkt die Kosten pro Chip und macht die Technologie für größere Stückzahlen interessant.

Wofür Galliumnitrid-Chips gebraucht werden

Leistungshalbleiter steuern und wandeln elektrische Energie, etwa in Netzteilen, Ladegeräten und Wechselrichtern. Chips aus Galliumnitrid gelten als effizienter als herkömmliche Bauteile aus Silizium, weil beim Schalten weniger Energie verloren geht.

Als Einsatzgebiete nennt Infineon Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, die Energieinfrastruktur, E-Mobilität, Robotik und Unterhaltungselektronik.

Was das für Villach und Kärnten bedeutet

Ende September 2025 beschäftigte Infineon in Villach rund 4.800 Menschen, in ganz Österreich waren es rund 5.800. In Villach sind neben der Fertigung auch Forschung und Entwicklung angesiedelt. Wie viele Arbeitsplätze durch die neue Fertigung zusätzlich entstehen, hat das Unternehmen nicht beziffert. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verweist darauf, dass jeder Arbeitsplatz in der Chipindustrie bis zu sechs weitere in der Wirtschaft sichern könne.

Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) spricht von einem „historischen Meilenstein für den gesamten Hightech-Standort Kärnten“. Wirtschafts- und Industriereferent Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) sieht in der Entscheidung eine Bestätigung: „Das bestätigt ganz klar das Vertrauen in Kärntens Standortqualität.“

Wie es mit der Förderung weitergeht

Die Beihilfe von bis zu 319 Millionen Euro hat die EU-Kommission bereits genehmigt, die formelle Förderzusage des Wirtschaftsministeriums steht noch aus. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer haben das Projekt gemeinsam mit dem Unternehmen präsentiert.

Für die Region rund um Villach geht es damit um die langfristige Zukunft eines Standorts mit rund 4.800 Beschäftigten. Der Zeitplan reicht bis 2034, der erste Meilenstein ist der Produktionsstart Ende 2027.

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