ABO

Erzeugerpreise in Österreich: So stark sind die Industriepreise zuletzt gestiegen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Innenansicht einer großen Industriehalle
Foto:©Unsplash/Ant Rozetsky

Die Preise ab Werk in Österreichs Industrie steigen von Monat zu Monat schneller. Neue Daten von Statistik Austria zeigen, welche Güter besonders teurer geworden sind und wo die Preise sogar sinken.

News auf Google bevorzugen

Das Plus im September

Die Erzeugerpreise im produzierenden Bereich lagen im September 2026 um 6,0 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Das geht aus der aktuellen Auswertung von Statistik Austria hervor. Gegenüber August stieg der Index um 1,2 Prozent auf 122,4 Punkte, Basis ist das Jahr 2021 mit 100 Punkten.

Der Anstieg hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Im August lag das Plus im Jahresvergleich noch bei 4,7 Prozent, im Juli bei 3,3 Prozent. Ein Jahr zuvor sah es ganz anders aus: Im September 2025 waren die Erzeugerpreise um 1,1 Prozent gesunken, im Jahresdurchschnitt 2025 um 0,8 Prozent.

Energie als größter Preistreiber

Am stärksten zogen laut Statistik Austria die Energiepreise an, sie lagen 11,4 Prozent über dem Vorjahr. Im August waren es 7,3 Prozent, im Juli 2,6 Prozent. Industriegase und Gasversorgungsdienstleistungen verteuerten sich um 13,0 Prozent, auch Mineralölerzeugnisse waren deutlich teurer. Allein im Bereich Energieversorgung stiegen die Preise binnen eines Monats um 3,6 Prozent.

Vorprodukte für die Industrie deutlich teurer

Vorleistungsgüter, also Produkte, die andere Betriebe weiterverarbeiten, kosteten 7,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders kräftig fiel der Anstieg bei Nichteisenmetallen und deren Halbzeug aus, mit einem Plus von 48,4 Prozent. Chemische Grundstoffe, Düngemittel, Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärformen und synthetischer Kautschuk verteuerten sich um 15,5 Prozent.

Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen lagen 6,0 Prozent über dem Vorjahr, Kunststoffwaren 6,8 Prozent. Da diese Güter in vielen Branchen weiterverarbeitet werden, wirken sich ihre Preise auf zahlreiche Endprodukte aus.

Blurred image background

Wo die Preise kaum steigen oder sinken

Deutlich ruhiger verlief die Entwicklung bei Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugteilen, die um 1,4 Prozent zulegten. Teile und Zubehör für Kraftwagen wurden 3,5 Prozent teurer, land- und forstwirtschaftliche Maschinen 3,6 Prozent.

Bei Konsumgütern stiegen die Erzeugerpreise insgesamt nur um 0,3 Prozent. Bei einigen Lebensmitteln sanken sie sogar: Milch und Milcherzeugnisse waren laut Statistik Austria 6,1 Prozent günstiger als im Vorjahr, Fleischwaren 4,7 Prozent. Backwaren verteuerten sich dagegen um 2,3 Prozent, Möbel um 2,6 Prozent.

Was das für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet

Der Erzeugerpreisindex erfasst die Preise, die Produzentinnen und Produzenten ab Werk für ihre Waren erhalten, also vor Handelsspannen und Steuern. Steigen diese Preise, können höhere Kosten mit Verzögerung an Handel und Kundschaft weitergegeben werden. Ob und wie stark das geschieht, hängt von Wettbewerb und Nachfrage ab.

Die Inflation bei den Verbraucherpreisen lag im September laut Statistik Austria bei 3,6 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Auch dort hatten höhere Treibstoff- und Heizölpreise den Anstieg getrieben. Die Erzeugerpreise für September zeigen, dass der Druck vor allem von Energie und Vorprodukten ausgeht, während Konsumgüter ab Werk kaum teurer wurden.

Finanzen
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER