Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft vier früheren Managern von Benkos Immobilienkonzern vor, Millionen aus zweckgebundenen Darlehen verschoben zu haben.
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Im Zusammenhang mit der Pleite von Firmen der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko hat die Berliner Staatsanwaltschaft vier frühere Manager angeklagt.
Einem 50-jährigen Mann wirft sie Untreue in vier Fällen vor, wie mitgeteilt wurde. Den anderen Beschuldigten im Alter von 39, 42 und 45 Jahren wird Beihilfe dazu in zwei oder vier Fällen vorgeworfen.
Hohe Summen überwiesen
Der 50-Jährige soll als Manager mehrerer Firmen der Signa-Gruppe in Deutschland und Österreich gearbeitet haben. 2023 soll er für eine neu gegründete Firma, die eine Immobilie weiterentwickeln sollte, verantwortlich gewesen sein. Diese Firma soll zweckgebundene Darlehen in Höhe von insgesamt 10 Mio. Euro erhalten haben.
Von Jänner bis Mai 2023 soll der Manager mit vier Überweisungen unbefugt und ohne Kenntnis der Darlehensgeber hohe Summen an andere Firmen der Signa-Gruppe transferiert haben. Der 45-jährige Angeschuldigte soll jeweils Hilfe geleistet haben. Die 42 und 39 Jahren alten Angeschuldigten sollen bei zwei Überweisungen Hilfe geleistet haben. Von den 10 Mio. Euro sollen mehr als 8,4 Mio. Euro nicht zurückgezahlt worden sein.
Millionen E-Mails ausgewertet
Das Landeskriminalamt LKA ermittelte in der Sache umfangreich, befragte zahlreiche Zeugen und wertete mehrere Millionen E-Mails, Bank-, Vertrags- und Buchhaltungsunterlagen aus, wie die Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte.
Benkos Signa-Konzern, zu dem etwa in Wien das „Goldene Quartier“, in Deutschland das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe sowie mehrere Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof gehörte, ging Ende 2023 pleite. Im März 2024 stellte Benko auch Antrag auf Privatinsolvenz.
Ermittlungen in drei Ländern
Benko steht unter dem Verdacht, Vermögen verheimlicht zu haben, sodass Gläubiger, Insolvenzverwalter und Behörden keinen Zugriff darauf haben. Die Staatsanwaltschaft in Trient, Italien, erhob ebenfalls Anklage gegen Benko, die Münchner Strafverfolger eröffneten kürzlich neue Ermittlungen gegen Benko. Dieser bestreitet jedoch die Vorwürfe.
Die österreichische Staatsanwaltschaft verfolgt verschiedene Ermittlungsstränge im Zusammenhang mit der Signa-Pleite und der Privatinsolvenz. Der Oberste Gerichtshof bestätigte zu Monatsbeginn ein erstes Urteil gegen Benko und hob einen Teilfreispruch auf.
