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Weltklimakonferenz in Antalya: Worum es bei der COP31 ab 9. November geht

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Blick auf den historischen Hafen in der Altstadt von Antalya
Foto:©Alan Wang, Pexels

Am Montag beginnt im türkischen Antalya die 31. UN-Klimakonferenz. Die Türkei ist Gastgeber, die Verhandlungen führt Australien. Welche Fragen auf dem Tisch liegen, mit welcher Position die EU anreist und wer Österreich vertritt.

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Im Mittelpunkt der Weltklimakonferenz steht die Frage, ob die Staaten ihre Zusagen auch umsetzen. Die Vereinten Nationen beschreiben die COP31 als Konferenz, bei der es „ganz um die Umsetzung“ geht. Auf der Tagesordnung stehen laut dem UN-Klimasekretariat die Anpassung an die Klimafolgen, die Senkung der Emissionen, Geld für ärmere Länder und ein gerechter Übergang weg von fossilen Energien. Die Konferenz läuft von 9. bis 20. November im Messegelände Antalya Expo, das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungsspitzen ist für 11. und 12. November angesetzt.

Der Druck ist groß. Laut dem NDC-Synthesebericht der UN vom 27. Oktober würden die bisher eingereichten nationalen Klimapläne die Emissionen bis 2035 nur um rund 6 Prozent unter das Niveau von 2019 senken. Zusammen mit den langfristigen Zielen der Staaten ergibt sich bis 2100 eine Erwärmung von 1,7 bis 2,3 Grad. UN-Klimachef Simon Stiell nannte den gemeinsamen Fortschritt „klar unzureichend“.

Ungewöhnliche Rollenteilung zwischen Türkei und Australien

Um die Konferenz hatten sich die Türkei und Australien beworben. Der Kompromiss, auf den man sich im November 2025 einigte, teilt die Aufgaben: Die Türkei ist Gastgeberland und stellt mit Umweltminister Murat Kurum den COP-Präsidenten. Australien führt die Verhandlungen. Laut der Mitteilung des australischen Premierministers hat Australien dabei die alleinige Zuständigkeit für die Verhandlungen. Verhandlungspräsident ist Klima- und Energieminister Chris Bowen.

Die Vorbereitung fand deshalb teils im Pazifik statt. Das Ministertreffen vor der Konferenz, die sogenannte Pre-COP, ging von 5. bis 8. Oktober in Nadi auf Fidschi über die Bühne, mit einem Treffen von Staats- und Regierungsspitzen in Tuvalu. Die Türkei rechnet laut der offiziellen Konferenzseite mit rund 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 197 Vertragsparteien.

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Blick auf den historischen Hafen in der Altstadt von Antalya
 © Alan Wang, Pexels

Klimafinanzierung, Anpassung und der Ausstieg aus fossilen Energien

Viele Fragen stammen aus dem Vorjahr. In der Abschlusserklärung der COP30 im brasilianischen Belém bekannten sich die Staaten zum Ziel, bis 2035 mindestens 300 Milliarden Dollar pro Jahr für den Klimaschutz in Entwicklungsländern aufzubringen, und riefen dazu auf, die Mittel für die Anpassung an den Klimawandel bis 2035 mindestens zu verdreifachen. In Antalya geht es darum, wie diese Zusagen eingelöst werden. Bei der Anpassung sollen die in Belém beschlossenen Indikatoren messbar machen, ob Länder Fortschritte erzielen.

Offen ist, welche Rolle der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas spielt. Die brasilianische COP30-Präsidentschaft arbeitet an einem eigenen Fahrplan dazu, der kein verhandelter Text ist und vor der COP31 vorgelegt werden soll. Laut der COP30-Präsidentschaft gingen dazu 268 Beiträge ein, von 115 Staaten und 257 weiteren Organisationen. Ihr Verhandlungschef André Corrêa do Lago begründete das Vorgehen so: „Verhandlungen brauchen Konsens, die Umsetzung nicht.“

Mit welcher Position die EU anreist

Die EU-Umweltministerinnen und -minister legten ihre Linie am 12. Oktober fest. Die COP31 müsse einen „Schritt nach vorn bei der Umsetzung des Pariser Abkommens“ bringen, heißt es in der Mitteilung des Rates der EU. Der Rat geht davon aus, dass die 1,5-Grad-Grenze wahrscheinlich überschritten wird, und will die Erwärmung danach wieder senken. Die EU unterstützt eine Abkehr von fossilen Brennstoffen und fordert jene Staaten, die noch keinen neuen Klimaplan eingereicht haben, dazu auf, das nachzuholen.

Ihre eigenen Ziele hat die EU bereits festgelegt. Bis 2040 sollen die Netto-Treibhausgasemissionen um 90 Prozent gegenüber 1990 sinken. Ab 2036 dürfen dabei internationale Klimaschutzzertifikate im Umfang von bis zu 5 Prozent der Emissionen von 1990 angerechnet werden. Für 2035 hat die EU bei den UN ein Reduktionsziel in der Bandbreite von 66,25 bis 72,5 Prozent hinterlegt.

Wer Österreich in Antalya vertritt

Die österreichische Delegation leitet Bundesminister Norbert Totschnig, der im Landwirtschaftsministerium auch für Klima- und Umweltschutz zuständig ist. Das geht aus dem Vortrag an den Ministerrat vom 9. Oktober hervor. Als Schwerpunkte nennt die Regierung darin das Arbeitsprogramm zur Emissionsminderung, die zweite globale Bestandsaufnahme der Klimapolitik, die Anpassung und einen Mechanismus für einen gerechten Übergang. Zur Klimafinanzierung werde Österreich im Rahmen des Bundesfinanzrahmens „angemessen“ beitragen.

Wie groß die Lücke ist, zeigt auch der Emissionsbericht des UN-Umweltprogramms UNEP. Laut der Zusammenfassung des beteiligten niederländischen Planungsamts PBL führt die derzeitige Politik auf eine Erwärmung von 2,8 Grad in diesem Jahrhundert zu. Um bis 2100 wieder auf 1,5 Grad zurückzukommen, müssten die Emissionen bis 2035 um 45 Prozent unter das Niveau von 2025 sinken.

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