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Jetstream und Bombenzyklon: Was hinter dem Sturmtief steckt und was Österreich erwartet

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Satellitenbild eines rasch vertieften Tiefdruckgebiets, eines sogenannten Bombenzyklons, mit spiralförmigem Wolkenband
Foto:©NASA Earth Observatory

Über dem Atlantik könnte sich bis Donnerstag ein kräftiges Sturmtief entwickeln, angetrieben von einem starken Jetstream. Ob daraus ein sogenannter Bombenzyklon wird, ist noch offen. Österreich bekommt zunächst Föhn, dann eine Kaltfront mit Regen und Schnee im Gebirge.

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Sturmtief steuert auf Westeuropa zu

Der Begriff Bombenzyklon macht gerade die Runde, und mit ihm der Jetstream. Hintergrund ist ein Tiefdruckgebiet, das sich laut dem britischen Wetterdienst Met Office im Lauf der Woche über dem Atlantik entwickelt. Es könnte in der Nacht auf Freitag über Großbritannien hinwegziehen und am Freitagnachmittag die Nordsee erreichen.

Das Met Office hat für Freitag zwischen 0 und 12 Uhr eine gelbe Windwarnung für Teile Südenglands und von Wales ausgegeben. Erwartet werden Böen von rund 80 bis 95 Kilometern pro Stunde, an exponierten Küsten bis etwa 110 Kilometer pro Stunde. Der stellvertretende Chefmeteorologe Tom Crabtree spricht von einem „möglicherweise tiefen Tiefdruckgebiet“. Wie stark es wird und welchen Weg es genau nimmt, sei aber noch unsicher.

Was ein Bombenzyklon ist

Bombenzyklon ist kein offizieller Warnbegriff, sondern die populäre Bezeichnung für ein Phänomen, das Meteorologinnen und Meteorologen Bombogenese nennen. Gemeint ist ein Tief der mittleren Breiten, das sich innerhalb von 24 Stunden besonders rasch verstärkt. Nach der Definition der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA muss dafür der Luftdruck im Zentrum auf 60 Grad nördlicher Breite um mindestens 24 Hektopascal in 24 Stunden fallen.

Weiter südlich liegt die Schwelle niedriger, auf der Höhe von New York etwa bei 17,8 Hektopascal. Solche Tiefs entstehen häufig dort, wo kalte und warme Luftmassen aufeinandertreffen, etwa über warmem Meerwasser. Ob das aktuelle Atlantiktief die Kriterien tatsächlich erfüllt, hängt davon ab, wie schnell der Druck in den kommenden Tagen fällt.

Welche Rolle der Jetstream spielt

Der Jetstream ist ein Band sehr starker Winde in rund acht bis elf Kilometern Höhe, knapp unter der Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre. Er kann laut Met Office Geschwindigkeiten von mehr als 320 Kilometern pro Stunde erreichen. Diese Werte gelten für die Höhe, in der Verkehrsflugzeuge unterwegs sind, nicht für den Wind am Boden.

Für Tiefdruckgebiete ist der Jetstream ein wichtiger Antrieb. Das Met Office vergleicht ihn mit einem Staubsauger, der an der Oberseite eines Tiefs Luft absaugt. Dadurch fällt der Druck am Boden weiter, das System verstärkt sich und bringt häufig stürmischeres Wetter. Ein besonders kräftiger Jetstream begünstigt deshalb auch die rasche Vertiefung, die einen Bombenzyklon ausmacht.

Was Österreich erwartet

In Österreich macht sich die Wetterumstellung vor allem durch Föhn und eine Kaltfront bemerkbar. Laut der GeoSphere Austria verstärkt sich am Dienstag in Nordtirol der Südföhn und erreicht die klassischen Föhntäler. Auf den Bergen wird der Wind zunehmend stark bis stürmisch aus Süd bis Südwest. Die Höchstwerte liegen in Tirol bei 15 bis 20 Grad, in Osttirol etwas darunter.

Am Mittwoch beendet eine Kaltfront den Föhn. In Nordtirol breitet sich ab dem Nachmittag Regen von Westen und Süden aus, in Nord- und Osttirol regnet es zeitweise kräftig. Die Schneefallgrenze sinkt in Nordtirol von 2.000 auf 1.500 Meter, in Osttirol liegt sie zunächst noch bei 2.500 bis 2.800 Metern. Am Donnerstag ziehen die letzten Schauer ab, von Westen lockert es auf, und es wird spürbar kühler. Für Freitag erwartet die GeoSphere in Nordtirol erneut Schauer mit einer Schneefallgrenze um 1.500 Meter, die Entwicklung ist aber noch unsicher.

Warum die Prognose noch offen ist

Bei rasch wachsenden Tiefs liegen Zugbahn und Kerndruck oft erst kurzfristig fest. Schon wenige hundert Kilometer Abweichung entscheiden darüber, welche Regionen die stärksten Windspitzen abbekommen. Das Met Office rät deshalb, die Vorhersagen in den kommenden Tagen im Blick zu behalten.

Für Österreich gelten die Warnungen der GeoSphere Austria, die je nach Region und Gefahr wie Wind, Regen oder Schnee ausgegeben werden. Wer in den kommenden Tagen ins Hochgebirge will, sollte die sinkende Schneefallgrenze und die Abkühlung nach dem Föhn einplanen.

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