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Hitzesommer 2026: Mehr als 50.000 Hitzetote in Europas Städten, so viele wie nie seit 2000

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Sprühnebelanlage kühlt ein Straßencafé auf der Plaza Mayor in Madrid
Foto:©Unsplash/Miguel Angel Avila

Der Sommer 2026 war für Europas Städte der tödlichste seit Beginn der Vergleichsreihe im Jahr 2000. Laut einer neuen Studie gehen rund zwei Drittel der geschätzten Hitzetoten auf das Konto des menschengemachten Klimawandels. Auch für Österreich liefert die Analyse Zahlen.

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Fast doppelt so viele Tote wie 2003

Im Sommer 2026 sind in Europas Städten nach Schätzungen von Forschenden mehr als 50.000 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Das zeigt eine Studie der London School of Hygiene & Tropical Medicine und des Imperial College London, die im Fachjournal Nature Health erschienen ist. Rund zwei Drittel dieser Todesfälle führen die Autorinnen und Autoren auf den menschengemachten Klimawandel zurück.

Es ist die höchste Zahl hitzebedingter Todesfälle seit dem Jahr 2000, mit dem die Vergleichsreihe beginnt. Im Sommer 2022 waren es rund 29.000, im Hitzesommer 2003 rund 28.000. Untersucht wurden 854 städtische Gebiete in den 27 EU-Staaten, Großbritannien, Norwegen und der Schweiz, in denen zusammen etwa 40 Prozent der Bevölkerung dieser 30 Länder leben.

Was die Studie für Österreich zeigt

Für die einbezogenen österreichischen Stadtgebiete mit zusammen rund 2,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern schätzt das Team 783 hitzebedingte Todesfälle zwischen Juni und August. Das entspricht standardisiert 339 Todesfällen pro Million Menschen, ein ähnlicher Wert wie in Frankreich und ein deutlich höherer als in Deutschland. Rund 515 dieser Todesfälle wären laut dem Modell ohne die menschengemachte Erwärmung nicht eingetreten.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES kommt in ihrem Hitze-Mortalitätsmonitoring für ganz Österreich auf geschätzt 995 hitzeassoziierte Todesfälle von Juni bis August 2026. Das ist der höchste Wert seit Beginn dieser Auswertung im Jahr 2017, knapp vor 2024 mit 948 Todesfällen. Der August 2026 war laut AGES der heißeste in der 260-jährigen Messgeschichte.

Italien besonders stark betroffen

Die meisten Todesfälle schätzen die Forschenden für Italien mit rund 13.300, gefolgt von Frankreich mit rund 7.300, Spanien mit rund 6.800 und Deutschland mit rund 6.300. Italien hat auch im Verhältnis zur Bevölkerung eine der höchsten Raten, nur in Malta war sie noch höher. In Großbritannien starben in 135 Stadtgebieten rund 4.500 Menschen an den Folgen der Hitze.

Fast ein Drittel der Todesfälle fiel in die Zeit vom 17. Juni bis 1. Juli. In diesen Tagen lagen die durchschnittlichen Tagestemperaturen mehr als fünf Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. In Westeuropa, zu dem die Studie auch Österreich zählt, war der Sommer im Schnitt rund 2,9 Grad wärmer als dieses Mittel, an manchen Tagen lagen die Werte bis zu zwölf Grad über dem Saisondurchschnitt.

Wie die Zahlen berechnet wurden

Die Zahlen sind Modellschätzungen und keine Zählungen von Todesfällen, bei denen Hitze als Ursache vermerkt wurde. Das Team verglich die gemessenen Tagestemperaturen vom 1. Juni bis 31. August mit einem gedachten Klima ohne menschengemachte Erwärmung. Die Welt ist derzeit um etwa 1,4 Grad wärmer als in vorindustrieller Zeit. Beide Temperaturreihen wurden mit bereits veröffentlichten Daten über den Zusammenhang zwischen Temperatur und Sterblichkeit verknüpft. Frühere Schätzungen dieser Art lagen laut den Forschenden nahe an den Zahlen, die Gesundheitsbehörden später meldeten.

Für die Jahre 2000 bis 2025 kommt die Analyse auf mehr als 430.000 hitzebedingte Todesfälle in den untersuchten Städten. Der Anteil, der auf den Klimawandel zurückgeht, stieg demnach von rund 40 Prozent im Jahr 2000 auf mehr als zwei Drittel im Jahr 2025. „Die Beziehung zwischen höheren Temperaturen und mehr hitzebedingten Todesfällen ist gut belegt und statistisch robust“, sagt Garyfallos Konstantinoudis vom Grantham Institute am Imperial College.

Was gegen Hitze hilft

Die Autorinnen und Autoren fordern neben einer raschen Senkung der Treibhausgasemissionen einen besseren Schutz vor Hitze. Dazu zählen sie Hitzewarnsysteme, besser geschützte Wohnungen und Gesundheitseinrichtungen sowie mehr Schatten und Grünflächen in den Städten. Studienleiterin Clair Barnes vom Imperial College sieht in den Zahlen eine deutliche Erinnerung daran, dass heißere und extremere Sommer die öffentliche Gesundheit zunehmend schwer belasten.

Die AGES rät bei Hitze, täglich 1,5 bis 3 Liter zu trinken, auch ohne Durstgefühl, früh morgens, abends und nachts zu lüften und körperliche Anstrengung zur Mittagszeit zu vermeiden. Besonders gefährdet sind ältere und chronisch kranke Menschen sowie Säuglinge und Kleinkinder. Wer Medikamente wie Entwässerungsmittel oder Betablocker nimmt, sollte vor Hitzeperioden mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen.

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