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El Niño 2026: NOAA hält ein historisch starkes Ereignis für wahrscheinlich

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Technikerinnen und Techniker bereiten bei Sonnenuntergang eine Messboje im Pazifik vor
Foto:©NOAA

Der Pazifik heizt sich weiter auf. Die US-Wetterbehörde NOAA hält einen starken bis sehr starken El Niño bis ins Frühjahr 2027 für sehr wahrscheinlich und sieht gute Chancen auf ein Ereignis, wie es seit 1950 nicht gemessen wurde. Was das für das Wetter weltweit und in Europa bedeutet.

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Was die NOAA erwartet

Der aktuelle El Niño könnte in die Geschichte eingehen. Das Climate Prediction Center der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA schreibt in seiner jüngsten Analyse vom 8. Oktober, dass sich El Niño weiter verstärkt. Ein starker bis sehr starker El Niño bis in den Zeitraum Jänner bis März 2027 sei mit mehr als 83 Prozent Wahrscheinlichkeit zu erwarten.

Die Behörde rechnet auch mit einem historischen Ereignis. Gemeint ist ein Wert, der alle El-Niño-Phasen seit 1950 übertreffen würde. Die Wahrscheinlichkeit dafür gibt die NOAA für den Zeitraum Oktober bis Dezember mit 83 Prozent an, für November bis Jänner mit 70 Prozent.

Mehr als vier Grad über normal

El Niño beschreibt eine Erwärmung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen tropischen Pazifik. Laut NOAA lagen die Abweichungen der Meerestemperatur im September stellenweise bei mehr als 4 Grad Celsius über dem Durchschnitt. In der wichtigsten Messregion Niño 3.4 betrug die Abweichung zuletzt plus 2,1 Grad.

Gemessen werden solche Werte unter anderem mit Bojen, die im tropischen Pazifik verankert sind. Sie erfassen Wassertemperatur, Salzgehalt und Strömungen bis in mehrere hundert Meter Tiefe sowie Wetterdaten an der Oberfläche.

Folgen für das Wetter weltweit

Die Weltorganisation für Meteorologie WMO rechnet mit überdurchschnittlichen Temperaturen auf den meisten Landflächen. Besonders deutlich ist das Signal unter anderem für Afrika, die Arabische Halbinsel, den indischen Subkontinent, Ostasien, Mittelamerika und große Teile Südamerikas. Trockener als normal dürfte es auf dem indischen Subkontinent, im Süden und Osten Australiens und im Nordwesten Südamerikas werden.

UN-Generalsekretär António Guterres warnte, El Niño stehe nicht nur vor der Tür, er sei bereits im Haus und drehe die Hitze auf. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo betonte: „Vorhersagen allein verhindern keine Gefahren, Menschen tun es.“

Was das für Europa bedeutet

Für Europa zeichnet die WMO ein geteiltes Bild. Südeuropa dürfte demnach nasser als normal ausfallen und zugleich deutlich wärmer. Für Nordeuropa erwartet die Organisation eher trockenere Verhältnisse als üblich.

Langfristig wichtig ist der Effekt auf die globale Temperatur. El Niño wirkt sich laut WMO meist im Jahr nach seinem Beginn am stärksten auf die weltweiten Durchschnittstemperaturen aus.

Super El Niño ist kein Fachbegriff

In vielen Berichten ist von einem Super El Niño die Rede. Die WMO verwendet diesen Begriff in ihren offiziellen Produkten nicht. Die NOAA spricht von starken, sehr starken und historischen Ereignissen und macht das an gemessenen Temperaturabweichungen fest.

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